Als ob der Alltag im Büro nicht schon stressig genug wäre – viele Menschen belasten sich zusätzlich damit, dass sie dauernd kontrollieren, ob sie eine neue E-Mail bekommen haben. Und das hat nach einer US-Studie üble Folgen: Man wird unproduktiver und unzufriedener. Deshalb fordern die Wissenschaftler der University of California in Irvine, während der Arbeit öfter mal eine E-Mail-Pause einzulegen.
Die Forscher um Gloria Mark hatten für ihre Untersuchung zivile Angestellte eines Büros der US-Army gewonnen. Einem Teil der Probanden wurde der E-Mail-Zugang gesperrt, die anderen konnten weiterhin elektronische Post empfangen. Fünf Tage lang maß man bei den Teilnehmern beider Gruppen die Herzschlagrate während der Arbeit. Das Ergebnis war eindeutig: Die Teilnehmer, die dauernd ihren E-Mail-Empfang checkten, hatten eine deutlich höhere Herzfrequenz als die E-Mailfreien, und sie befanden sich in einer Art Alarmzustand, der dazu führte, dass sie gesundheitsschädliche Stresshormone ausschütteten.
Anschließend wurden die Angestellten zu ihren Empfindungen befragt. Es zeigte sich, dass diejenigen ohne E-Mail-Empfang viel zufriedener mit der Erledigung ihrer Arbeit waren und sich nach eigenen Angaben besser konzentrieren konnten. Gloria Mark fasst zusammen: „Ohne E-Mail-Empfang wird das Multitasking reduziert, und es entsteht weniger Stress, was sich positiv auf die Qualität der Arbeit und die Gesundheit auswirkt.” Allerdings dürfte im Büro eine längerer E-Mail-Pause kaum durchzusetzen sein, da die elektronischen Nachrichten im Arbeitsalltag meist eine wichtige Rolle spielen.





