
Doch trotz jahrzehntelanger Forschung war bis vor kurzem unklar, wie die Koordination der Zilienbewegung funktioniert. Vor allem die Entstehung effektiver, metachronaler Wellen – Muster, die sich wie eine La-Ola-Welle durch die dicht gepackten Zilienreihen bewegen – war bislang ein Rätsel. Um Licht ins Dunkel zu bringen, hat ein Team der University of Exeter nun Platynereis-Larven untersucht und mit Hochgeschwindigkeitsaufnahmen die Wellenbewegungen ihrer Zilien analysiert.
Das Ergebnis: Obwohl es auf den ersten Blick so aussieht, als würde sich die La-Ola-Welle über die Zellgrenzen hinweg ausbreiten, koordinieren die Zilien ihre Bewegungen tatsächlich nur innerhalb einzelner Zellen. Die Wellen selbst entstehen durch „sterische“ Wechselwirkungen mit kurzer Reichweite: Zilien stoßen aneinander und halten so ihre Bewegung synchron. Die Larven können dadurch auch dann noch schwimmen, wenn einzelne Zilien beschädigt sind.
„Marines Plankton bildet die Grundlage von Nahrungsnetzen. Zilien sind entscheidend für ihre effektive Verbreitung und ihre Fähigkeit, ihre Position innerhalb der Wassersäule zu kontrollieren – ohne sie würde das marine Ökosystem zusammenbrechen“, betont Seniorautorin Kirsty Wan. Umso wichtiger ist es, die Lebensweise der Meereswinzlinge und die Funktion ihrer „Ruder“ besser zu verstehen.




