
Im Alltag denken wir kaum darüber nach, wohin wir unsere Finger bewegen müssen, wenn wir nach einer Tasse oder einem Stift greifen. Bei Handprothesen ist das anders: Selbst die modernsten Modelle verlangen ihren Nutzern zusätzlichen mentalen Aufwand ab, weil jeder einzelne Finger bewusst geöffnet und geschlossen werden muss, um einen sicheren Griff zu bekommen.
Das Problem will ein Forschungsteam um Marshall Trout von der University of Utah mithilfe von speziellen Sensoren und künstlicher Intelligenz angehen. Für ihre neurotechnologische Experimente haben sie eine handelsübliche Prothesenhand erweitert und mit Sensoren ausgestattet, die eine präzisere Interaktion mit der Umwelt ermöglichen. In den Fingerspitzen der Prothese sitzen Druck- und optische Näherungssensoren, die Objekte schon “sehen”, bevor es überhaupt zu einer Berührung kommt. Die KI nutzt diese Signale, um die Bewegungen automatisch fein abzustimmen und das Greifen intuitiver zu machen.
Getestet wurde das System mit vier Personen, deren Arm zwischen Ellbogen und Handgelenk amputiert worden war. In einfachen Alltagsszenarien wie beim Aufheben kleiner Gegenstände zeigte sich, wie empfindlich die Technik bereits arbeitet. Die Fingerspitzen registrierten sogar einen nahezu gewichtslosen Baumwollbausch. Zusammen mit der KI gelang den Teilnehmenden eine Reihe unterschiedlicher Griffe sicher und präzise, und das ganz ohne lange Eingewöhnung.




