Erstmals überhaupt konnte ein Journalist den Hochsicherheitstrakt auf Riems besuchen. Riems – werden Sie vielleicht fragen – wo liegt denn das? In der Ostsee, nahe Greifswald. Mit ein Grund, dass dieses Eiland kaum jemand kennt (kein Eintrag in der 19. Auflage der Brockhaus Enzyklopädie), ist das Geschehen dort: Erste Virenforschungsstation der Welt, noch im Kaiserreich eingerichtet. Biowaffentests unter den Nazis. Impfstoff- Entwicklungszentrum der DDR. Seit 1997 ist Riems Hauptsitz des Friedrich-Loeffler-Instituts, eines Bundesforschungsinstituts, das sich mit Infektionskrankheiten bei Nutztieren beschäftigt. Es ist also vorne mit dabei, wenn es um wissenschaftliche Expertisen zu BSE, Vogelgrippe oder Maul- und Klauenseuche geht. Manuela Röver heißt die erste Reporterin, die in das abgeschottete L4-Labor Eintritt bekam – auch deshalb, weil sie den Bericht nicht für irgendein Medium, sondern für bild der wissenschaft anging. Ab Seite 20 schildert die Journalistin, welcher Aufwand auf der Insel betrieben wird, damit die gefährlichen Untersuchungsobjekte auf keinen Fall ins Freie gelangen.
Ein hervorragendes Resultat erzielte die zweite Ausschreibung zum „deutschen preis für wissenschaftsfotografie”. Mit 102 Einreichungen übertraf sie das respektable Ergebnis des Vorjahrs. Und das nicht nur quantitativ. Nach der Jurysitzung war sich die Runde einig: Die prämierten Fotos strahlen rundherum Souveränität aus und entsprechen den Ausschreibungsrichtlinien so, wie es besser nicht sein könnte. „Ein Fotowettbewerb gehört in eine Fotozeitschrift”, war die Meinung einiger Leser, die wir im Vorjahr intensiv zu bild der wissenschaft befragt hatten. Da bin ich anderer Auffassung. Einmal steht die hochwertige Optik im Programmauftrag dieser Zeitschrift. Zum Zweiten funktioniert guter Wissenschaftsjournalismus nur in der Symbiose von Bild und Text. Und schließlich ist ein Wettbewerb mit attraktiven Preisen die beste Öffentlichkeitsarbeit, um begabte Fotografen zu fördern und sie für das Motiv Wissenschaft zu gewinnen.
Ebenfalls ausgezeichnet: Johannes Bernreuter erhält im November den Preis für Wissenschaftsjournalismus der RWTH Aachen für seinen Beitrag „Solarzellen – einfach gedruckt”. Dieser Artikel zierte unsere Februarausgabe. Herzlichen Glückwunsch!
Thomas Willke, langjähriger Leiter unseres Ressorts Leben und Umwelt, ist seit dem 1. Oktober für unsere Redaktion Korrespondent mit Sitz in Lübeck. Der Diplom-Biologe wird sich vor allem um Beiträge aus Norddeutschland und Nordeuropa kümmern und das Magazin im Norden vertreten. Dass er Wind und Wetter gewachsen ist, bewies er im August/September. Er begleitete die Leserreise „Im Reich des weißen Bären” und sorgte maßgeblich mit dafür, dass die 48 Teilnehmer eine ihrer eindrucksvollsten Reisen überhaupt erlebten.





