Visuelle Aufmerksamkeit ist bei einem Roboter mindestens so wichtig wie beim Menschen, um nicht zu viele Informationen verarbeiten zu müssen. Sie steuert, worauf der Automat „achten” muss. Eine Software sucht dazu zunächst in Kamerabildern und in verschiedenen Sensorkanälen zum Beispiel nach auffälligen Farben, Kontrasten, Bewegungen und Kanten. Zusätzlich können spezialisierte Kanäle vorhanden sein, die Hautfarben, Gesichter oder Hände erkennen. Die von den künstlichen Sinnesorganen gelieferten Informationsströme werden verrechnet, um Punkte im Raum zu finden, die besonders „interessant” sind. Hat der Roboter eine Person oder ein Objekt erkannt, konzentriert er sich darauf, und seine Kamerasteuerung wählt einen speziellen Punkt als nächstes, genaueres Ziel aus – bei einem menschlichen Gegenüber etwa die Augen. Was wichtig für den Roboter ist, bestimmt die ihm gestellte Aufgabe. Sie könnte zum Beispiel lauten: „Suche ein rotes Objekt!” Dann gewichtet der Automat den Kanal für rotes Licht höher, sodass automatisch rote Gegenstände bevorzugt werden. Wie die Aufgaben im Detail die Aufmerksamkeit beeinflussen und wie das für den Roboter modelliert werden kann, ist eine aktuelle Frage der Forschung. Mit ihr befasst sich beispielsweise der Bielefelder Robotiker Jochen Steil, zusammen mit Psychologen, die auf neurokognitive Prozesse spezialisiert sind.




