Ein Sammler hatte das außerirdische Gestein in der Sahara aufgelesen und ein Stück davon an das Institut für Planetologie der Universität Münster geschickt. Dort spürte die Physikerin Cornelia Lingemann darin zwei sogenannte Hochdruck-Minerale auf, die sich bis dahin nur im Labor herstellen ließen: MgSiO3-Ilmenit und amorphisierter (Mg,Fe)SiO3-Perowskit. Geowissenschaftler halten die beiden Minerale für wichtige Bestandteile des Erdmantels in mehr als 400 Kilometer Tiefe.
Der in der Sahara entdeckte Meteorit ist Teil eines vor 4,5 Milliarden Jahren zwischen Mars und Jupiter entstandenen Asteroiden. Unter dem extrem hohen Druck und der gewaltigen Hitze beim Zusammenstoß mit einem anderen Kleinplaneten haben sich die exotischen Minerale gebildet. Lingemanns Fund ist zwar kein Beweis, daß sich die Minerale auch im Erdinnern finden. Aber die Forscher halten jetzt immerhin ein Indiz in den Händen, daß die Natur es fertig bringt, die Minerale überhaupt zu produzieren.
Für Cornelia Lingemann war die Untersuchung dieses Meteoriten die letzte Meßreihe ihrer Promotion. Die Ergebnisse sind selbst für Experten überraschend. “Der Einsatz hat sich gelohnt”, freut sich die Physikerin.
Cornelia Lingemann / Ralf Butscher




