Was ist der Unterschied zwischen einem Kometen und einem Planetoiden? Die übliche Antwort: Ein Komet hat in Sonnennähe einen Schweif aus Gas und Staub – ein Planetoid nicht. Doch ganz so einfach ist es nicht. Denn es gibt Ausnahmen: So wurden inzwischen Planetoiden im Hauptgürtel dieser Relikte aus der Frühzeit des Sonnensystems gefunden, die zumindest zeitweise einen Schweif besitzen.
Ein solcher „Hauptgürtel-Komet” zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter ist das Objekt P/2012 F5 (Gibbs). Es wurde kürzlich am Gran Telescopio Canarias beobachtet. Mithilfe von Computersimulationen fand das spanische Astronomenteam um Fernando Moreno heraus, dass ein Ereignis um den 1. Juli 2011 herum dem Planetoiden zu einem Schweif verhalf. Ob es sich dabei um eine Kollision mit einem anderen Himmelskörper, um einen Ausbruch unbekannter Ursache oder um eine Störung seiner Rotation handelte, konnten die Forscher nicht feststellen. Allerdings dauerte der Vorgang nur kurz – Moreno geht von wenigen Stunden aus. Seither hat der Planetoid eine Masse von mehreren Hundert Millionen Kilogramm verloren. Das ist recht viel, denn sein Radius beträgt nur etwa 100 bis 150 Meter. Damit ähnelt P/2012 F5 (Gibbs) dem Hauptgürtel-Kometen Scheila, der wohl durch ein ähnliches Ereignis im Jahr 2011 einen Schweif entwickelte. Bislang sind nur zehn Hauptgürtel-Kometen mit einem solchen Phänomen bekannt.




