Seit Jahrzehnten rätseln Astrophysiker, welche Vorgänge sich genau in einer Supernova vom Typ II abspielen – also bei der Explosion eines massereichen Riesensterns. Hauptproblem: Bevor es überhaupt zur Detonation kommt, stürzt der innere Bereich des Sterns zu einem Neutronenstern oder Schwarzen Loch zusammen. Warum reißt dieser Gravitationskollaps nicht alles mit sich? Was also löst die Supernova aus? Erstmals wurde der turbulente Start einer Sternexplosion nun im Detail dreidimensional berechnet. Ausgangspunkt war der Kollaps eines 9,6 Sonnenmassen schweren Riesensterns. Die Bildserie zeigt die Entwicklung der Detonation über einen Zeitraum von 60 bis 400 Millisekunden nach Beginn der Neutronensternbildung. Die zentrale weiße Kugel stellt den Neutronenstern dar, der ungeheure Mengen von Neutrinos abstrahlt. Die Stoßwelle der von ihnen ausgelösten Explosion ist als bläuliche einhüllende Fläche mit fast kreisförmigem Rand dargestellt. Aufsteigende und expandierende Blasen des von den Neutrinos stark erhitzten dichten Plasmas beschleunigen die Stoßwelle der Explosion. Innerhalb weniger Bruchteile einer Sekunde vergrößert sich ihr Durchmesser auf mehr als 12 000 Kilometer.




