Unbestrittene Nummer eins unter den Wissenschaftsnationen sind die USA. Dort arbeiten die meisten Forscher. Dort forschen die meisten Nobelpreisträger. Dort fließt das meiste Geld. Auch das erfolgreichste Wissenschaftsjournal überhaupt, das Renommierblatt „Science”, wird in den Vereinigten Staaten verlegt. Dies alles ist die Ursache dafür, dass in den USA arbeitende Forscher auch im Rampenlicht europäischer Medien stehen, was manche Wissenschaftler hierzulande einseitig finden – gelegentlich mit Recht. In der Titelgeschichte dieser Ausgabe (ab Seite 80) haben wir den Blick ganz bewusst auf Forscher gerichtet, die in Berlin, München oder Innsbruck neue Macht über das Atom gewinnen. Im Zentrum steht der 60-jährige Theodor W. Hänsch, ein bescheidener, freundlicher Herr. Dabei ist Hänsch einer der ganz Großen unserer Zeit, der nach Jahren in den USA seit 1986 wieder in Deutschland arbeitet. Auch hier lässt sich „Physik mit Leib und Seele betreiben”, wie bdw-Autorin Brigitte Röthlein in ihrem Hänsch-Porträt notiert. Einem Thema, bei dem die Europäer den Amerikanern inzwischen deutlich voraus sind, haben wir die neue Ausgabe von „bild der wissenschaft plus” gewidmet. In wenigen Jahren werden die ersten Brennstoffzellen-Aggregate marktreif sein, mit deren Hilfe wir unsere Wohnungen beheizen und mit Strom zu tragfähigen Preisen versorgen können. Nicht nur für uns Endkunden ist dies eine lohnende Perspektive, auch die Energieversorger hätten damit ein Problem elegant umschifft: Die lästige Diskussion um neue Großkraftwerk-Standorte brauchten sie weit seltener zu führen, wenn viele Haushalte selber für ihre Elektrizität sorgen würden. Die Abonnenten von bild der wissenschaft erhalten mit dieser Ausgabe noch ein weiteres „Plus” : eine völlig neu konzipierte Karte, die die zahlreichen archäologischen Kostbarkeiten der Türkei präsentiert. Wie Nichtabonnenten die Karte bekommen können, steht auf Seite 14.
Wolfgang Hess





