Der Professor an der Texas State University in San Marcos beschäftigte sich zunächst mit Albert Einsteins Relativitätstheorie und kosmologische Fragen. Mit Computersimulationen erforschte er, wie sich die Strahlung um Schwarze Löcher verhält und wie Galaxien im All verteilt sind – und vor zwei Jahrzehnten auch, wie der Einfluss von Sonne und Mond auf die Gezeiten vor der britischen Küste im 14. Jahrhundert war. Olson konnte wichtige Interpretationshinweise für eine Erzählung des englischen Schriftstellers Geoffrey Chaucer liefern. Literatur- und Geschichtswissenschaftler hörten von den Berechnungen und traten mit diversen Fragestellungen an Olson heran. Der inzwischen 63-Jährige fand Gefallen an dieser Art von Forschung. Immer wieder überschreitet Olson dabei den Graben zwischen Kunst und Naturwissenschaft, indem er die natürlichen und technischen Umstände analysiert, die einem Kunstobjekt oder einem historischen Ereignis zugrunde liegen. „Ich wüsste gern, was vor dem Urknall war”, sagt Olson, „aber um das herauszufinden, bin ich wohl nicht klug genug.” Daher habe er sich Fragen zugewandt, die „zwar eine Herausforderung, aber lösbar” seien.




