Gärtnermeister Blume sass in seinem kleinen Büro hinter dem Gewächshaus und brütete schon seit Stunden über einer Zeichnung, die auf seinem Schreibtisch lag. Plötzlich sprang er auf, lief in den Garten und rief: „Max! Max! Wo steckst du?” Doch sein Lehrling antwortete nicht. Schließlich fand Blume ihn mit Ada, dem Lehrmädchen, auf einer Bank hinter dem Kirschlorbeer sitzen. „ Komm sofort mit!”, raunzte er ihn an. Als sie im Büro saßen, sagte Blume: „Wir haben doch in der letzten Woche den Rasen im Garten von Direktor Taler neu eingesät. Nun möchte ich ihm eine Rechnung schreiben, aber ich weiß nicht mehr, wie groß die Rasenfläche ist.” „Schätzen Sie sie doch einfach großzügig ab, Meister. Der alte Taler schwimmt im Geld, da kommt es doch nicht so genau drauf an”, schlug Max vor. „Da kennst du Direktor Taler aber schlecht”, erwiderte der Chef. „Wenn ich ihm auch nur einen Quadratzentimeter zu viel in Rechnung stelle, hetzt er mir sofort seine Anwälte auf den Hals, und außerdem bekomme ich nie wieder einen Auftrag von ihm. Schwing dich also auf dein Fahrrad, fahr zu Direktor Talers Villa und miss die Rasenfläche aus.” „Moment mal, Meister”, sagte Max bedächtig. „Man kann körperliche Arbeit vermeiden, wenn man das Problem durch Nachdenken löst. Wissen Sie nicht noch irgendetwas über die Rasenfläche?” „Tja, lass mich mal überlegen”, sagte Meister Blume nachdenklich und kratzte sich am Hinterkopf. „Die Rasenfläche ist ein Trapez mit zwei rechtwinkligen Ecken. Die Größe der anderen beiden Winkel kenne ich nicht. Dafür erinnere ich mich aber noch daran, dass die beiden parallelen Seiten des Rasens 123 und 147 Meter lang sind. Allerdings sind mir die Längen der anderen beiden Seiten völlig entfallen.” Der Meister seufzte. „Und dann weiß ich noch ein paar völlig überflüssige Dinge über den Garten. In der Mitte des Rasens wächst eine alte Linde, unter der eine Bank steht. Von der Linde aus führen vier Pfade auf kürzesten Wegen zu den vier Seiten des Rasens. Diese vier Pfade sind alle gleich lang, aber wie lang sie sind, weiß ich nicht mehr.” Erneut seufzte er auf. „ Ich bin Gärtner und nicht Mathematikprofessor. Wie soll ich die Größe nur herausbekommen?”, klagte Blume. „Ach, Meister”, gab Max großspurig zurück, „das ist überhaupt kein Problem. Das kann doch jedes Kind im Kopf berechnen.” Und dann nannte er eine Zahl. Wissen auch Sie, wie viele Quadratmeter die trapezförmige Rasenfläche (einschließlich der Pfade) in Direktor Talers Garten hat?
So machen Sie diesen Monat mit
Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (ausschließlich!) auf einer Postkarte bis zum 30. September 2008 an:
bild der wissenschaft, Kennwort „Cogito 09|08″
Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen
Die Lösung und die Namen der Gewinner werden im Dezember-Heft 2008 auf der Leserbrief-Seite veröffentlicht.
Zu gewinnen
Unter den Einsendern der richtigen Lösung werden ein Hauptgewinn und fünf Bücher ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Hauptgewinn ist das Monokular MiniQuick 5 x 10 T* von Zeiss in einer Weichledertasche. Es hat eine fünffache Vergrößerung, ist extrem leicht (23 Gramm), kompakt (nur 11,3 Zentimeter lang), spritzwasserdicht und lässt sich wie ein Füllfederhalter problemlos überallhin mitnehmen. Mehr Details unter: www.zeiss.de. Buchpreis ist „Der Fisch in uns” von Neil Shubin. Der Paläontologe, der die Lücke im Übergang von Meeresbewohnern zu Landlebewesen geschlossen hat, lädt ein zu einer Reise durch die 3,5 Milliarden Jahre lange Geschichte unseres Körpers. Dabei gibt es etliche Überraschungen – zum Beispiel, dass unsere Zähne aus dem Panzer von Ur-Haien entstanden sind. Mehr Informationen unter: www. fischerverlage.de





