In Deutschland müssen Schüler ihre Handys in der Schule abgeben. Wie kamen Sie darauf, sie in Panama im Unterricht zu nutzen?
Viele Schüler in Panama haben kein Geld für Bücher, es mangelt an Arbeitsmaterialien. Dieses Dilemma wollte ich lösen. In der Studie haben die Lehrer die Möglichkeiten des Smartphones dankbar genutzt: Sie haben zum Beispiel ein Aufgabenblatt fotografiert und via Bluetooth an die Schüler verschickt. Die haben es dann auf dem Touch-Display ausgefüllt und zurückgeschickt, sodass es der Lehrer korrigieren und wieder an die Schüler schicken konnte.
Ist das nicht etwas umständlich?
Klar, aber es ist die einzige Möglichkeit. Kopiergeräte gibt es in den ländlichen Gebieten Panamas kaum. Wenn ein Lehrer ein Arbeitsblatt verteilen will, muss er am Vortag in die Stadt zum Copy-Shop fahren, und die Eltern der Kinder müssen dann die Kopie bezahlen. Da ist es besser, den Text zu digitalisieren.
Was ergab Ihre Studie: Lösen Smartphones die Probleme der Schüler und Lehrer in Panama?
Zumindest lösen sie das Problem fehlender Materialen wie Bücher und Arbeitsblätter.
Wie sieht Ihre Vision für Smartphones in der Schule aus?
Lehrer könnten ihren Unterricht filmen, sodass auch Kinder lernen können, die arbeiten müssen. Das Bildungsministerium könnte ihnen MMS mit Unterrichtseinheiten schicken, ein Lehrer telefonisch Nachfragen beantworten.
Ist das auch hierzuland denkbar?
Deutsche Kinder müssen zum Glück nicht arbeiten, statt zur Schule zu gehen. Bücher haben sie auch. Hier sind andere Einsatzmöglichkeiten denkbar. Und ich frage mich manchmal, wieso deutsche Lehrer technische Möglichkeiten so wenig nutzen.




