„Meine Herren, ich habe Ihnen noch nie von meiner unfreiwilligen Reise in das Schlaraffenland berichtet”, sagte Baron von Münchhausen eines Abends zu seinen Gästen. Er lehnte sich in seinem Sessel zurück und begann zu erzählen. „Am 11. Mai des Jahres 1769 schiffte ich mich in Sewastopol ein, um mit einigen anderen Gesandten im Auftrag des Zaren von Russland eine Reise nach Lurconia zu unternehmen. Die Winde waren günstig und wir näherten uns schnell unserem Ziel. Doch am dritten Tag zog ein fürchterlicher Orkan auf. Unser Schiff kenterte und versank mit Mann und Maus. Ich hatte als Einziger Glück und konnte mich an eine Schiffsplanke klammern. Nach zwei Tagen auf dem stürmischen Meer wurde ich schließlich an eine unbekannte Küste gespült. Es war ein seltsames Land, an dem ich da gestrandet war. Seine Bewohner nannten es Schlaraffenland. Alles war im Überfluss vorhanden. In den Flüssen strömten Milch und Honig, und die Seen waren voller Wein. Alle Tiere hüpften gebraten umher, und die Vögel flogen mundfertig durch die Luft. Die Häuser waren aus Kuchen gebaut, und statt Steine lag Käse herum. Genießen war die größte Tugend der Schlaraffenländer.” „Wurde in dem Land denn gar nicht gearbeitet?”, fragte der alte General von Oorde. „Nun, meine Herren, mit der Arbeit ist das im Schlaraffenland ganz anders als hierzulande.” Der Baron nahm ein paar Züge aus seiner Pfeife. Dann fuhr er fort: „Im Schlaraffenland gibt es Gewerkschaften. Alle Handwerker, Bauern und Tagelöhner, ja selbst die Diener in den Schlössern und Herrenhäusern sind dort Mitglieder. Und diese Gewerkschaften haben eine Zwei-Tage-Woche durchgesetzt.” „Zwei-Tage-Woche? Was bedeutet das denn?”, fragte der Graf von Frenswegen. „Das heißt, dass die Schlaraffenländer ohne Ausnahme an jedem Dienstag und an jedem Donnerstag arbeiten und an den restlichen fünf Wochentagen frei haben. Und sie erhalten jeden Monat den gleichen Lohn, unabhängig davon, wie viele Arbeitstage er hat.” „Können denn die Monate überhaupt eine unterschiedliche Zahl von Arbeitstagen haben?”, wollte der Graf wissen. „Aber sicherlich. Es gibt Monate mit acht und mit neun Arbeitstagen und hin und wieder sogar mit zehn Arbeitstagen.” „ Und wie häufig sind diese seltenen arbeitstagreichen Monate?”, fragte von Oorde. „Das, meine Herren, müssen Sie sich schon selbst ausrechnen.” Angenommen, der Gregorianische Kalender würde in seiner heutigen Form unendlich lange gültig bleiben, wie viel Prozent aller Monate hätten dann im Schlaraffenland zehn Arbeitstage? Vorsicht: Sie müssen dabei die genauen Schaltregeln des Kalenders berücksichtigen.
So machen Sie diesen Monat mit
Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (ausschließlich!) auf einer Postkarte bis zum 31. Juli 2008 an:
bild der wissenschaft, Kennwort „Cogito 07|08″
Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen
Die Lösung und die Namen der Gewinner werden im Oktober-Heft 2008 veröffentlicht.
Zu gewinnen
Unter den Einsendern der richtigen Lösung werden ein Hauptgewinn und fünf Bücher ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Hauptgewinn ist das Monokular MiniQuick 5 x 10 T* von Zeiss in einer Weichledertasche. Es hat eine fünffache Vergrößerung, ist extrem leicht (23 Gramm), kompakt (nur 11,3 Zentimeter lang), spritzwasserdicht und lässt sich wie ein Füllfederhalter problemlos überallhin mitnehmen. Mehr unter: www.zeiss.de. Buchpreis ist „Die Natur des Menschen” von Eckart Voland. Der Professor für Philosophie der Biowissenschaften an der Universität Gießen gibt einen vorzüglichen Einblick in die Evolutionäre Anthropologie und Psychologie – mit vielen verblüffenden Einsichten. Er zeigt, wie die Wissenschaft auch scheinbar irrationale Verhaltensweisen erklären kann und was das für unser Zusammenleben bedeutet. Mehr unter: www.beck.de





