Ein spannendes Heft liegt vor Ihnen. Das signalisiert bereits der erste Blick von außen: Das Weltall in Form eines Schwimmreifens! Unser Astronomie-Fachmann Rüdiger Vaas hat dazu wieder einmal Kosmologen intensiv über die Schultern geschaut. „ Ein kompaktes ringförmiges Universum passt gut zu den aktuellen Messdaten und könnte erklären, warum die Zeit eine Richtung hat”, schreibt Vaas in seiner Titelgeschichte. Eine Sicht von außen auf das All werden uns Satelliten nie liefern. Eine solche Sichtweise kann nur in Köpfen besonders begabter Menschen entstehen. Und genau das war das Problem für Vaas: Die Materie entpuppte sich als weit komplizierter, als er angenommen hatte. Recherche und Schreiben kosteten viel Zeit. Nach Abgabe des druckreifen Beitrags musste der Chefredakteur Rüdiger Vaas erst einmal nach Hause schicken, um die massenhaft angehäuften Überstunden abzubauen.
Für Gesprächsstoff wird auch der erste Hauptbeitrag dieser Ausgabe sorgen. Die studierte Ernährungswissenschaftlerin Kathrin Burger macht Schluss mit einigen scheinbar unumstößlichen „ Wahrheiten” beim Essen und Trinken. In einem vom Hamburger Bildjournalisten Ronald Frommann überaus appetitlich fotografierten Report erläutert Burger, warum es nicht stimmt, dass rohes Gemüse gesünder ist als gekochtes, gesunde Ernährung vor Krebs schützt oder Light-Produkte beim Abnehmen helfen. Burger vertritt damit keineswegs eine Einzelmeinung. Judith Rauch, bdw-Redakteurin für Lebenswissenschaften und Medizin, hat mir bestätigt, dass Burgers Stellungnahmen den aktuellen Forschungsstand wiedergeben.
Schluss mit einem Mythos macht auch der Artikel von Christian Meier im Technikressort: Die hochgepriesenen Karbonfasern revolutionieren den Flugzeugbau weniger, als stets zu hören ist. Die Flugzeuge werden durch den Einbau solcher Werkstoffe eben nicht leichter: Karbonfaser-Bauteile können bereits bei einem leichten Schlag Minirisse bekommen, die dann möglicherweise zu einem Bruch überlebenswichtiger Bauteile am Flieger führen. Kritische Stellen müssen deshalb verstärkt werden. Helfen könnte auch ein aufwendiges System künstlicher Nerven, das Risse erkennt und meldet. Doch diese Technik bringt ebenfalls zusätzliches Gewicht.
Zwei andere Beiträge machen durch ihre auffällige Optik auf sich aufmerksam. Die Illustrationen für den Beitrag über „ Grübelnde Russen” fertigte Matthias Schwoerer. Er ist bild der wissenschaft seit Jahrzehnten verbunden und veranschaulicht unter anderem „Heinrich Hemmes Cogito”. Die Illustrationen des Beitrags „Deutschland vor den Dinos” kommen aus dem Atelier des Münchners Stefan Schiessl. An ihn treten wir immer dann mit großen Hoffnungen heran, wenn es für einen Artikel keine Fotos gibt. Schiessl nahm Kontakt auf mit Ronny Rößler, einem Paläobotaniker aus Chemnitz. Dank des Duos Rößler/Schiessl und der anschaulichen Beschreibung von bdw-Autor Klaus Jacob wissen wir nun endlich, wie es in Ururur-Sachsen ausgesehen haben dürfte.




