Der Terahertz-Bereich ist eine für menschliche Augen unzugängliche Welt mit absonderlichen Eigenschaften: Luft ist so gut wie undurchsichtig, Eis und Papier sind fast völlig transparent.
Im klimatisierten Laserlabor der Bochumer Universität sind zwei Arbeitstische mit durchsichtigen Folien und dicken schwarzen Vorhängen dahinter vom Rest des Raumes abgeschirmt. Auf dem einen steht ein Terahertz-Laser, der an eine überdimensionale Kaffeemaschine erinnert, auf dem anderen ein zweiter in Form eines unscheinbaren kleinen Kastens. Davor sind einige Linsen montiert und eine Vorrichtung mit zwei Schläuchen, über die eine Lösung in Position gebracht wird. Um die geht es: Der eine Laser macht statische Aufnahmen, der andere misst die Veränderungen im Laufe der Zeit. Die Vorhänge verhindern, dass Laserstrahlen unkontrolliert in andere Bereiche des Raums dringen. Die Folien halten Staub und Luftfeuchtigkeit ab, die die empfindlichen Linsen ruinieren und die Strahlung ablenken würden.
Die Linsen, mit denen die Terahertz-Laser arbeiten, sind mattweiß und für Menschenaugen undurchsichtig. „Das ist Teflon”, erklärt die Chemikerin Martina Havenith-Newen. „Man könnte auch Diamant nehmen, aber das ist zu teuer.” Ähnlich wie bei der Belichtung beim Fotografieren sendet der Terahertz-Laser Pulse aus. Die Belichtungszeit beträgt aber maximal eine Pikosekunde – das ist der billionste Teil einer Sekunde. Denn die Belichtungszeit muss kurz sein, wenn man Änderungen im Tanz der Wassermoleküle während einer Proteinfaltung oder enzymatischen Reaktionen in Echtzeit folgen will. Die Terahertz-Strahlung ist Teil der vom menschlichen Körper ausgehenden natürlichen Wärmestrahlung und daher völlig ungefährlich. Auf der Messung dieser Strahlung beruhen auch die viel diskutierten „Nacktscanner” .




