Aus dem Händedruck eines Mannes kann man auf seine Körperkraft schließen. Doch überraschenderweise ist seine Stimme noch aussagekräftiger. Das belegt ein Experiment von Forschern um Aaron Sell von der University of California in Santa Barbara. Sie hatten zunächst in einer Reihe verschiedener Tests die Stärke von 200 Männern bestimmt. Diese stammten aus verschiedenen Kulturkreisen: Studenten aus den USA und Rumänien, Indios aus Bolivien sowie argentinische Bauern. Die Männer sprachen einen kurzen Satz in ihrer Heimatsprache auf Band. Diese Aufnahmen wurden dann Testpersonen vorgespielt, die auf einer Skala von 0 bis 7 die Körperkraft der Sprecher bewerten sollten.
Sell war überrascht, wie genau die Probanden die Kraft der Männer allein durch das Hören ihrer Stimmen einschätzen konnten. Dabei spielte es keine Rolle, woher die Männer stammten. Eine genaue Analyse der Daten ergab außerdem, dass eine basslastigere Stimme nicht unbedingt auf größere Körperkraft schließen lässt. Was tatsächlich die Stimme eines starken Mannes ausmacht, ist den Forschern noch unklar. Sie vermuten, dass sich in der Stimme evolutionsbedingte Hinweise verbergen, um die Kraft eines Gegners auch dann einschätzen zu können, wenn man ihn nicht sieht.





