„Ich liebe es, die Natur zu befragen – ihr über die Forschung gewissermaßen auf die Finger zu gucken”, sagt Petra Schwille (37), Professorin für Biophysik an der Universität Dresden. Sie entwickelte ein Verfahren, mit dem man einzelne Biomoleküle unter dem Mikroskop beobachten kann. Die Biophysikerin untersucht vor allem das Zusammenspiel der Moleküle in den Zellen, denn „Zellen sind immer noch ein Buch mit sieben Siegeln”. Für ihre Forschungen bekam Petra Schwille den Philip-Morris-Forschungspreis.
Was hat der Preis bei Ihnen verändert?
Ich bin immer nur kurzfristig auf etwas stolz, wenn ich etwas erreicht habe oder ein Experiment klappt. Dann kommt immer irgendwann die Ernüchterung. Dennoch bin ich sehr zufrieden.
Sind Familie und Karriere für Sie vereinbar?
Ich bin verheiratet und habe ein kleine, knapp einjährige Tochter. Das Problem ist, dass mein Mann zurzeit noch in Göttingen wohnt und wir eine Wochenendbeziehung führen. Das macht wirklich keinen Spaß! Aber ich hoffe, dass sich das bald ändert.
Was war Ihr schlechtestes Fach?
Politik habe ich gehasst – das Hick-Hack und Geschachere habe ich nie verstanden. Ich glaube, Naturwissenschaftler leiden besonders darunter, wenn es keine klare Linie gibt. Meine Schulzeit im Schwäbischen – die achtziger Jahre – waren eine recht politische Zeit. Ich konnte es nie nachvollziehen, dass meine Mitschüler auf die Straße gegangen sind, um zu demonstrieren. Meine Sympathie für Politik kam erst, als ich Mitte zwanzig war.
Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
Ich bin verlässlich und diszipliniert, das gibt mir einen Vorteil gegenüber manch genialeren Leuten. Ich bin krankhaft pünktlich und ungeduldig – es kann durchaus schon mal vorkommen, dass ich jemand anderen anrufe, wenn bei meiner Sekretärin besetzt ist, und ihr ausrichten lasse, dass sie jetzt sofort auflegen soll. Ich laufe Amok, wenn was nicht sofort funktioniert.
Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Nur gut zu sein reicht nicht. Man muss sich gut organisieren und verkaufen können. Den zerstreuten Professor kann man sich erst leisten, wenn man bereits Professor ist.




