Mitten im Fußballfieber präsentierten der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und bild der wissenschaft ein Team der ganz anderen Art: die Elf der Wissenschaft. „Sie besteht aus elf jungen Forschern, denen bereits wissenschaftliche Spitzenleistungen gelungen sind, und die als besondere Forscherpersönlichkeiten von sich reden machen”, sagte Frank Stäudner vom Stifterverband bei der Vorstellung des Dream-Teams in der Leverkusener BayArena. „Beim Sport wird die weltweite Faszination von denen getragen, die ihn so ausüben, dass die Menschen begeistert sind. Wie anders dagegen in der Wissenschaft. Dort stehen die Personen im Hintergrund – und das obwohl sich Menschen nun mal vor allem für Menschen interessieren”, erklärte bdw-Chefredakteur Wolfgang Hess.
Die jungen Stars der Forschung – alle sind unter 38 – wurden auf Anregung von bild der wissenschaft von den führenden deutschen Forschungsorganisationen vorgeschlagen: der Helmholtz-Gemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und der Max-Planck-Gesellschaft sowie der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Nominiert wurden 30 Nachwuchsstars.
Auf der entscheidenden Jurysitzung am 14. Februar gaben je ein Juror des Stifterverbands, der Initiative Wissenschaft im Dialog, des Medienpartners Die Welt und des Initiators bild der wissenschaft ihr Votum ab. Drei Frauen und acht Männer wurden ins Team berufen und während der FIFA-WM der Öffentlichkeit präsentiert.
„Obwohl wir hier das Dream-Team der deutschen Wissenschaft vorstellen, ist die Wissenschaft, die von diesen Menschen betrieben wird, Gott sei Dank nicht deutsch, sondern international”, sagte Hess. „So ist Igor Gornyi Russe und forscht erst seit 2000 in Deutschland. Kirsten Zickfeld, in Saarbrücken geboren, arbeitet seit Beginn dieses Jahres an der School of Earth and Ocean Sciences an der University of Victoria in Kanada. Alle im Team zeigen, wie hervorragend es um die Wissenschaft in Deutschland bestellt ist.” ■
Julja Koch
Ohne Titel
• Dr. Robert Arlinghaus (1), Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin, zeigte, wie ökologisch und wirtschaftlich bedeutsam die Hobbyfischerei in Deutschland ist.
• Prof. Dr. Immanuel Bloch (2), Universität Mainz, gelang es als Erstem, Atome aus einem so genannten Bose-Einstein-Kondensat herauszupicken und in einem Gitter anzuordnen.
• Dr. Igor Gornyi (3), Institut für Nanotechnologie am Forschungszentrum Karlsruhe, schafft als theoretischer Physiker die Grundlagen für zukünftige Quantencomputer.
• Dr. Volker Springel (4), Max-Planck- Institut für Astrophysik in Garching, gelang die bisher größte Simulation des Universums mit 20 Millionen Galaxien.
• Prof. Dr. Claudia Kemfert (5), Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin, zeigte, warum eine baldige Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien notwendig ist.
• Prof. Dr. Andreas Lendlein (6), GKSS Forschungszentrum in Teltow, entwickelt für die Medizin Kunststoffe mit Formgedächtnis, die sich nach einer Operation noch verändern lassen.
• Dr. Frank Lyko (7), Deutsches Krebsforschungszentrum in Heidelberg, fand einen Weg, um Tumorzellen in normales, unschädliches Gewebe zurückzuverwandeln.
• Dr. Florian Mayer (8), Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Holzkirchen, schafft schlechte Gerüche mit chemischen und physikalischen Tricks aus der Welt.
• Dr. Oliver Schultz (9), Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg im Breisgau, schuf die effizientesten multikristallinen Siliziumsolarzellen der Welt.
• Dr. Ina Bornkessel (10), Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, erforscht, wie unser Gehirn Sprache verarbeitet. Ihren Doktor machte sie bereits mit 22.
• Dr. Kirsten Zickfeld (11), School of Earth and Ocean Sciences an der University of Victoria, zeigte, wie riskant das Auftauen der Permafrostböden nach dem möglichen Klimawandel wäre.





