
Betrachten wir eine Weltkarte, sieht Grönland aus, als sei es so groß wie Afrika. Schuld ist die Mercator-Projektion, entwickelt im 16. Jahrhundert. Es gibt alternative Ansätze, aber die Mercator-Projektion prägt unser „Weltbild“ bis heute.
Zahlreiche Gebiete der Mathematik beschäftigen sich mit Wegen und Karten, Größen und Strecken. Wie findet man den kürzesten Weg zwischen zwei Punkten? Wie färbt man eine Karte so ein, dass benachbarte Länder unterschiedliche Farben bekommen? Im Buch der Mathematikerin Paulina Rowińska liest man viele Geschichten und erfährt Erstaunliches. So kann das Festlegen von Wahlkreisen (speziell bei einem Wahlsystem wie dem der USA) darüber entscheiden, wer die Wahl gewinnt, weil Wählerstimmen – absichtlich – vergeudet werden.
Wer in einem Buch über Karten viele Abbildungen erwartet, wird hier enttäuscht. Die flächentreue Petersprojektion muss man sich selbst auf den Bildschirm holen, um sie mit der Weltsicht nach Mercator zu vergleichen. Doch das umfangreiche Quellenverzeichnis lädt zum Stöbern und Vertiefen ein. Barbara Messing
Paulina Rowińska
Mapmatics – Wie Karten unser Weltbild prägen
Aufbau, 448 S., € 28,–
ISBN 978-3-351-04193-9




