Kleine Kinder haben in Supermärkten einen weit größeren Einfluss auf die Kaufentscheidungen ihrer Eltern als diese glauben. Das sagen Claus Ebster und Udo Wagner vom Institut für Betriebswirtschaftslehre der Universität Wien. Sie hatten rund 200 Eltern, die mit ihren Kindern in Supermärkten einkaufen gingen, verdeckt beobachtet. Die Forscher konzentrierten sich vor allem auf Spontankäufe von Süßigkeiten oder Spielzeug, die auf Nachfrage oder Bitten der Kinder stattfanden. Als Ebster und Wagner die Eltern danach zu ihrem Kaufverhalten interviewten, stellten sie Überraschendes fest: Die Eltern meinten im Durchschnitt, dass nur die Hälfte dieser Spontankäufe von ihren Kindern beeinflusst worden war. „Es war ihnen einfach nicht bewusst”, sagen die Wissenschaftler.
Sie geben in ihrer Studie Ratschläge, wie sich ein zu voller Einkaufswagen vermeiden lässt. Da Kinder besonders solche Produkte verlangen, die sich in ihrer Augenhöhe befinden, sollten die Kleinen zum Beispiel mit dem Gesicht zu den Eltern im Einkaufswagen sitzen, um ihr Blickfeld einzuschränken und um ihre Mobilität zu begrenzen. Aber auch für die Kleinen haben die Forscher einen guten Tipp: Wenn der Sprössling höflich fragt, sind die Eltern noch am ehesten bereit, auf die Wünsche einzugehen.





