Immer mehr Autoren nehmen sich aktuelle Forschungsergebnisse vor, packen sie in eine spannende Handlung und machen daraus einen Roman. Was die Wissenschaft angeht, wird der Leser dabei oft verschaukelt. Nur wenigen gelingt die heikle Gratwanderung zwischen fesselnder Unterhaltung und wissenschaftlicher Seriosität wie Frank Schätzing in seinem Roman „Der Schwarm”.
Thomas Thiemeyer ist einer, der dabei leicht ins Stolpern gerät. In seinem Roman „Magma” geht er sehr freizügig mit den Fakten um. Erstaunlich – denn als studierter Geologie und Geograph müsste er es eigentlich besser wissen. Hintergrund seines Buchs ist der gleichzeitige Ausbruch vieler Vulkane, was einen verheerenden globalen Temperaturanstieg verursachen soll. Tatsächlich wäre das Gegenteil der Fall: Vulkaneruptionen kühlen die Atmosphäre ab, weil die hochgeschleuderten Ascheteilchen das Sonnenlicht aufnehmen.
Falsch ist auch, dass Erdbeben an „Subduktionszonen” – wo eine Erdplatte unter eine andere taucht – unweigerlich Vulkanausbrüche auslösen. Wenn das so wäre, müssten die Vulkane dort viel häufiger brodeln.
Immerhin fällt der Roman den Wissenschaftlern nicht in den Rücken, wie der Film „The Day after Tomorrow”, der aus der globalen Erwärmung kurzerhand eine neue Eiszeit macht. Und er ist packend geschrieben. Am besten, man liest „Magma” mit einem Schmunzeln – schließlich spielen ja auch die kleinen grünen Männchen mit. Klaus Jacob
Thomas Thiemeyer MAGMA Knaur, München 2007 522 S., € 18,90 ISBN 978-3-426-66213-7




