Schon vor Beginn seiner wissenschaftlichen Mission hat das Kepler-Weltraumteleskop die Atmosphäre eines fremden Planeten entdeckt. Das Observatorium war am 6. März 2009 mit einer Rakete vom Typ Delta II 7925 von der Cape Canaveral Air Force Station in Florida ins All geschossen worden. Es wird in den nächsten dreieinhalb Jahren nach Planeten bei 100 000 Sternen in den Sternbildern Schwan. Leier und Drache suchen. Dies geschieht mit der Transit-Methode: Dabei wird die Helligkeit eines Sterns immer wieder gemessen, um periodische leichte Helligkeitsabnahmen zu finden. Denn diese können von einem Planeten stammen, der vom Teleskop aus gesehen vor seinem Stern vorüberzieht.
Dass der etwa 1000 Lichtjahre ferne Planet HAT-P-7 solche Transits erzeugt, wissen Astronomen schon länger. Er umrundet seinen Stern einmal in 2,2 Tagen in 1/26 der Distanz von Erde und Sonne auf einer fast kreisförmigen Bahn. Der Gasriese ist ein „ Heißer Jupiter”. Das Weltraumteleskop hatte noch während der Kalibrierungsphase innerhalb eines nur zehntägigen Testbetriebs mit seinem 0,95-Meter-Teleskop eine genaue Lichtkurve des Transits gemessen. Das Astronomenteam um David Koch vom Ames Research Center der NASA im kalifornischen Moffett Field konnte daraus die Spuren einer fast 2400 Grad Celsius heißen Atmosphäre herauslesen. „Diese Entdeckung zeigt, dass das Observatorium wunderbar funktioniert”, sagt Chefwissenschaftler Koch. „Die Chancen stehen daher gut, dass Kepler auch erdähnliche Planeten in lebensfreundlichen Umlaufbahnen aufspüren kann.”




