Meine kleine Tochter geht in die zweite Klasse der Grundschule. Da wir auf dem Land wohnen, muss sie jeden Tag mit dem Bus zur Schule und zurück fahren. Neulich hatte ich ein paar Tage Urlaub und konnte meine Tochter deshalb von der Bushaltestelle abholen, die ein paar Hundert Meter von unserer Haustür entfernt vor der Kirche liegt. Als wir in unsere Straße einbogen und an dem ersten Haus vorbeigingen, sagte Inga: „Das Haus hat die Hausnummer 1. Sollen wir mal ein Spiel spielen? Ich zähle alle Einsen und du alle Zweien in den Nummern der Häuser, an denen wir vorbeigehen.” Ich war einverstanden. Unsere Straße ist eine Sackgasse in einem Neubauviertel, in der alle Grundstücke gleich breit und auch bebaut sind. Die Häuser auf der linken Seite der Straße tragen ungerade und die auf der rechten Seite gerade Hausnummern. Dem Haus Nummer 1 genau gegenüber steht also das Haus Nummer 2. Meine Tochter und ich gingen auf der linken Seite die Straße hinauf und zählten die Einsen und Zweien in den Hausnummern der Häuser nur auf dieser Seite. Als wir vor dem Haus standen, das unserem Haus gegenüberliegt, verglichen wir unsere Zahlen. „Ich habe gewonnen”, sagte meine Tochter. „Meine Zahl ist größer.” Inga, die gerade das Einmaleins in der Schule lernte, multiplizierte dann die beiden Zahlen miteinander und nannte mir das zweistellige Ergebnis. „Stimmt”, sagte ich. „Du hast richtig gerechnet.” Auch am nächsten Tag holte ich Inga vom Bus ab, und wieder zählten wir die Einsen und Zweien in den Hausnummern auf der linken Straßenseite. Als wir unserem Haus gegenüberstanden, schlug Inga vor: „Lass uns doch noch ein Stückchen weiter gehen.” Gesagt, getan. Wir gingen also auf der linken Seite weiter bis zum Ende der Straße, überquerten sie dort und gingen auf der rechten Seite zurück, bis wir vor unserem Haus standen. Dabei zählten wir weiterhin alle Einsen und Zweien in den Hausnummern der Häuser, an denen wir vorbeikamen, einschließlich unserer eigenen Hausnummer. Als wir am Mittagstisch saßen, multiplizierte Inga die Zahl der Einsen und die der Zweien, die wir an diesem Tag gezählt hatten, miteinander. „Das ist ja kurios!”, rief sie. „Das Ergebnis ist zwar größer als das von gestern, aber es sieht fast genauso aus. Nur die beiden Zahlen sind andersherum.” Wissen Sie, welche Hausnummer wir haben?
So machen Sie diesen Monat mit
Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (ausschließlich!) auf einer Postkarte bis zum 31. Oktober 2011 an:
bild der wissenschaft, Kennwort „Cogito 10|11″
Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen
Die Lösung und die Namen der Gewinner werden im Januar-Heft 2012 auf der Leserbrief-Seite veröffentlicht.
Zu gewinnen
Unter den Einsendern der richtigen Lösung werden fünf Hörbuch-Trios ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Preis besteht aus jeweils drei CDs „Big Bang – Vom Urknall zum Bewusstsein” und einem bebilderten Booklet. In den Hörbüchern nehmen drei bekannte Experten gut verständlich Stellung zu den grundlegenden Fragen der Wissenschaft und Philosophie: Der Astrophysiker Harald Lesch denkt über Gott, den Urknall und den Beginn des Lebens nach. Der Neuropsychiater Manfred Spitzer befasst sich mit der Evolution des Lebens und dem Gehirn. Und der Paläoanthropologe Friedemann Schrenk berichtet über den aktuellen Erkenntnisstand zur Evolution des Menschen und des Denkens. Mehr Informationen: www.galila.at




