Als sich die siebenhunderteinundvierzigste Nacht dem Ende zu neigte, fragte Scheherazade König Scharayâr: „Kennt Ihr die Geschichte des geldgierigen Goldschmieds Bedr ed-Din Hasan?” Der König verneinte dies, und Scheherazade begann zu erzählen:
„In der großen Stadt Samarkand herrschte einst ein König namens Amir ar-Raschid. Zur Verherrlichung Allahs ließ er inmitten der Stadt eine große und prächtige Moschee errichten. Die Wände waren mit roten und blauen Fliesen aus Saba bedeckt, die Kuppel glänzte von purem Gold, und im Vorhof plätscherte kühles Wasser aus zahlreichen Brunnen. Da ließ der König eines Tages seinen Wesir kommen und sagte: ,Meiner Moschee fehlt noch eine Krönung, die mich im Gedächtnis des Volkes unsterblich machen wird. Lass auf die Spitze der Kuppel eine große goldene Mondsichel anbringen, die bei Tag in der Sonne und bei Nacht im Fackelschein glänzt.‘
Der Wesir ging zu Bedr ed-Din Hasan, dem geschicktesten Goldschmied in ganz Samarkand, und berichtete vom Befehl des Königs. „Der Mond soll eine kreisrunde, fünf Zoll dicke Scheibe aus puren Gold sein und einen Durchmesser von sechs Ellen haben. In die Scheibe muss ein kreisrundes Loch geschnitten werden, das an einer Stelle den Rand der Scheibe berührt. So wird aus dem Vollmond eine Mondsichel. Kannst du dies für deinen König herstellen?‘ ,Ja, Herr‘, erwiderte der Goldschmied und verneigte sich tief. ,Du erhältst von mir für das Gold und für deine Arbeit zwei Millionen Dirham.‘
Rasch überschlug Bedr ed-Din Hasan, wie viel Gold er für die Mondsichel benötigen würde. Dann stahl sich ein Lächeln auf seine Lippen. Der Wesir hatte nicht gesagt, welchen Durchmesser das Loch haben sollte. Er würde ihn also sehr groß wählen, sodass er nur wenig Gold benötigen würde und viel Geld in seine Taschen streichen könnte. ,In einem Monat bringe ich Euch den Mond, Herr‘ , sagte der Goldschmied und verbeugte sich erneut.
Der Wesir verließ die Werkstatt. Als er in der Tür stand, drehte er sich noch einmal um und sagte: ,Ach, ich vergaß eine Kleinigkeit. Da der Mond auf der Kuppel der Moschee stehen wird, soll sein Schwerpunkt im Inneren der Sichel liegen und nicht im Inneren der Loches.‘ ,Ja, Herr‘, sagte der Goldschmied und verzog seine Mundwinkel. Sein Gewinn würde wohl doch nicht so groß ausfallen, wie er gehofft hatte.”
„Wie groß konnte Bedr ed-Din Hasan das Loch denn machen?”, unterbrach König Scharayâr Scheherazades Erzählung. In diesem Augenblick blitzten die ersten Sonnenstrahlen durch das Palastfenster, die Nacht war vorüber. „Das, mein Herr und Gebieter”, antwortete Scheherazade, „verrate ich Euch morgen Nacht.” Wissen Sie, wie groß der Durchmesser des Lochs höchstens sein durfte?
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Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (ausschließlich!) auf einer Postkarte bis zum 30. Juni 2014 an: bild der wissenschaft Kennwort „Cogito 6|2014″
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veröffentlicht.
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