Silber, Platin oder Gold sind als Schmuckstücke an Ohren, Hälsen oder Ringfingern seit jeher begehrt. Doch Edelmetalle wie diese Klassiker und dazu eher exotische Überflieger wie Osmium gewinnen auch als Sachanlagen zunehmend an Bedeutung und Wert. Einige, wie beispielweise Gold, werden bereits heute als „Schattenwährung“ betrachtet. Notenbanken aus aller Welt bunkern Edelmetalle – und sichern damit indirekt den Wert von Papierwährungen ab. Die Deutsche Bundesbank etwa hortet nach der US-Notenbank – manche erinnern sich vielleicht an den James-Bond-Klassiker „Goldfinger“, bei der die Goldreserven der Vereinigten Staaten vom Filmbösewicht Gert Fröbe geplündert wurden – den zweitgrößten Goldschatz der Welt.
Gold mit der Rolle als Sicherheitsanker im Depot
„Das Edelmetall Gold erfüllt im Depot traditionell die Rolle des langfristigen Sicherheitsankers. Diese Rolle ist angesichts der immer neuer und ausgeprägterer Kapriolen des Finanzsystems wichtiger als je zuvor“, sagt Ronny Wagner, Goldexperte, Finanzcoach und Inhaber des Edelmetallhändlers Noble Metal Factory.
Heute bunkern die großen Notenbanken weltweit immense Goldvorräte. Bis Anfang der 1970er-Jahre war der US-Dollar sogar „goldgedeckt“, was ihm überhaupt erst seinen Status als globale Leitwährung einbrachte. Zur Finanzierung des amerikanischen Krieges in Vietnam löste US-Präsident Richard Nixon die Goldverbindung ab – ein Umtausch von US-Dollar in Gold war ab 1971 nicht mehr möglich, und damit der 1944 in der Konferenz von Bretton Woods einst eingeführte Gold-Dollar-Standard Geschichte. „Seither ist der Dollar mit keinem realen Wert mehr hinterlegt. Deshalb ist die US-Währung wie alle anderen aktuellen Währungen beliebig vermehrbar und einer zwangsläufigen Entwertungsspirale ausgesetzt“, erklärt Goldkenner Ronny Wagner.
Der Goldpreis oder: Up, up and away
Den zwei Teilen der ehemals ehernen Verbindung Dollar-Gold ist die Trennung unterschiedlich gut bekommen. Der US-Dollar hat über die Jahre und Jahrzehnte im Kern massiv an Wert verloren – durch die Inflation. Gold dagegen kennt, bei Schwankungen, Rückschlägen und Seitwärtsphasen, dauerhaft nur eine Entwicklung: nach oben. Ronny Wagner: „Am Londoner Goldmarkt, an dem seit 1919 der weltweite Referenzpreis für Gold ausgehandelt wird, kostete die Feinunze Gold am Tag von Richard Nixons Bekanntgabe 38,91 Dollar. Genau 50 Jahre später, am 15. April 2021, betrug der Preis 1757,20 Dollar. Das entspricht einer jährlichen Kurssteigerung in Dollar von 7,92 Prozent oder einer Gesamtrendite der Anleger in Dollar von 4.416,71 Prozent.“ Heute notiert Gold in US-Dollar und Euro gerechnet jeweils weit oberhalb der 2.000er-Marke. Den Grund für den dauerhaften Trend nach oben für Ronny Wagner: „Gold unterscheidet sich fundamental von anderen Vermögenswerten, egal, ob Aktien, Immobilien oder Anleihen. Das gelbe Edelmetall hat nicht nur einen Wert (in Dollar, Euro, etc.), sondern Gold ist selbst ein weltweit und über die Jahrtausende hinweg anerkannter Wert.“ Wertsichernd kommt hinzu, dass das globale Angebot an Gold begrenzt ist – anders als etwa bei einer Papierwährung, die theoretisch beliebig durch die Notenbank reproduzierbar ist. Die gesamte bis dato geförderte Goldmenge auf der Welt ergibt, zusammengepresst und in Barrenform gestapelt, gerade mal einen Würfel mit kaum mehr als 20 Metern Kantenlänge.





