Klaus hatte es geschafft! Früher in der Schule hielt er uns immer lange Vorträge darüber, wie man sich sein Taschengeld am besten einteilt. Doch er selbst war stets zur Monatsmitte pleite. Vor einem Jahr nun wurde er zum Professor für Betriebswirtschaftslehre an eine der größten Universitäten Deutschlands berufen. „Zu Anfang ist es viel Arbeit”, sagte er, als ich vor einigen Wochen bei einem Klassentreffen mit ihm zusammensaß. „Man muss seine Vorlesungen und Übungen entwerfen und sich eine Arbeitsgruppe aufbauen. Aber dann wird das Routine, und man hat Zeit und Muße, um zu forschen.” „Es muss schön sein, interessierte junge Menschen zu unterrichten und mit ihnen zu arbeiten”, meinte eine ehemalige Klassenkameradin, die mit uns am Tisch saß. „Ach”, sagte Klaus und winkte ab. „Die heutigen Studenten sind nicht mehr so wie wir früher. Sie hocken lieber in der Kneipe als im Hörsaal.” Das war doch auch bei uns nicht anders, dachte ich. „Manchmal sitzen weniger als eine Handvoll Studenten in meiner Vorlesung, und die scheinen auch noch zu schlafen”, beklagte sich Klaus. Vielleicht liegt das an der Qualität seiner Vorlesung, kam mir der Verdacht. „Neulich kündigte ich eine Exkursion zu einem mittelständischen Unternehmen der Lebensmittelindustrie an. Und ob ihr es glaubt oder nicht: Es meldeten sich gerade mal sieben Studenten und Studentinnen an. Aber als ich in meiner nächsten Vorlesung verriet, dass das Unternehmen eine Brauerei sei, war das Interesse plötzlich groß”, berichtete Klaus. „Ich hatte bei einem Busunternehmen einige Busse für die Exkursion bestellt. Leider sind meine Studenten nicht besonders zuverlässig. Etliche, die sich angemeldet hatten, kamen nicht, dafür wollten andere, die sich nicht angemeldet hatten, nun plötzlich doch mitfahren. Das Busunternehmen hatte mir gesagt, in jedem Bus sei Platz für 33 Personen. Ich setzte also in jeden Bus 33 Studenten. Nur ein einziger Student blieb übrig. Ich überlegte, was da zu machen sei, als einer der Busfahrer zu mir trat und sagt: ‚Unser Chef hat Ihnen größere Busse geschickt, als abgesprochen war. In allen Bussen sind noch Plätze frei.‘ Also verteilte ich die Studenten um. Wieder setzte ich in jeden Bus die gleiche Zahl Studenten. Diesmal ging es genau auf, und ein Bus wurde gar nicht mehr benötigt.” „Wie viele Studenten haben denn an deiner Exkursion teilgenommen?”, fragte ich. „Tja”, sagte Klaus nachdenklich, „das habe ich vergessen. Aber die Zahl müsste sich doch aus dem, was ich erzählt habe, ermitteln lassen.” Doch da irrte er sich. Die Zahl ließ sich zwar auf einige wenige Möglichkeiten einschränken, aber nicht eindeutig bestimmen. Wissen Sie, wie viele Studenten an der Exkursion teilgenommen haben könnten? Bitte nennen Sie alle Möglichkeiten.
So machen Sie diesen Monat mit
Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (ausschließlich!) auf einer Postkarte bis zum 30. Juni 2011 an:
bild der wissenschaft, Kennwort „Cogito 6|11″
Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen
Die Lösung und die Namen der Gewinner werden im September-Heft 2011 auf der Leserbrief-Seite veröffentlicht.
Zu gewinnen
Unter den Einsendern der richtigen Lösung werden fünf Bücher ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Buchpreis ist der prächtige Bildband „Die rätselhaften Vorfahren der Inka”. Darin beschreibt der langjährige bdw-Archäologie-Redakteur Michael Zick die nur 98 Jahre umfassende Zeitspanne des Inka-Imperiums, dessen lange Vorgeschichte und die Nachbarregionen. Auch Caral, Amerikas erste Stadt, Sechín Bajo, Amerikas ältester Kultbau, und die (wahrscheinlichste) Erklärung der geheimnisvollen Nazca-Linien werden ausführlich beschrieben. Zick ist mehrfach durch Peru gereist und hat mit führenden Forschern gesprochen. Viele Erkenntnisse sind nirgendwo sonst zu lesen. Mehr Informationen über das Buch finden Sie unter www.theiss.de





