Was soll ich jetzt glauben? Betrachtet man die beiden Kurven für die Simulation mit Ozeandaten und ohne Ozeandaten, so sieht man, dass eines der Modelle falsch sein muss: Die Fehlerbalken überschneiden sich nicht! Natürlich ist die Modellfamilie ohne Ozeandaten falsch, wenn man Herrn Latif fragt. Aber bis vor Kurzem waren die Modelle ohne Ozeandaten noch richtig, und Zweifler waren Ignoranten.
Es ist schon erstaunlich, mit welcher Selbstsicherheit Herr Latif seine Prognosen verkündet hat, obwohl er wusste, dass die Energietransporte in den Weltozeanen von der gleichen Größenordnung sind wie die in der Atmosphäre. Noch erstaunlicher ist es, dass er Aussagen über das zukünftige Klima trifft, obwohl das stärkste Treibhausgas – der allgegenwärtige Wasserdampf – in den Modellen nicht explizit enthalten ist. Was werden wir für Korrekturen bekommen, wenn man auch den Wasserdampf „im Griff” hat?
Aber bis dahin richten wir uns nach den Modellergebnissen, die ja prinzipiell das Gleiche aussagen, „verfeuern” Nahrungsmittel in Form von Biosprit (mit teilweise negativer Umwelt- und CO2-Bilanz) und sorgen damit unbewusst für den Hunger in der Dritten Welt.
H.-J. Schönfeldt, Universität Leipzig, Institut für Meteorologie
Das Jahr 2008 ist das kälteste dieses Jahrhunderts. Diese Tatsache passt natürlich überhaupt nicht in das Konzept der Klima-Katastrophenprediger! Jetzt hat Herr Latif den Einfluss der Ozeane entdeckt und in seine Computermodelle mit einbezogen und kommt zu der Erklärung, dass die Erderwärmung eine kleine Pause macht. Aber danach steigt die Temperatur wieder kräftig an, und „ die Ozeane bewegen sich wieder in die andere Richtung und verstärken möglicherweise den von den Menschen ausgelösten Temperaturanstieg”. Woher nimmt Herr Latif diesen Weitblick?
Dipl.-Ing. Hans-Heinrich Willberg, per E-Mail
Da die Professoren Latif und Rahmstorf keine Gelegenheit auslassen, mit ihren computergestützten Szenarien in den Medien präsent zu sein, muss man sich fragen, wie viel Zeit ihnen noch für seriöse Forschung zur Verfügung steht. Nachdem sich herausgestellt hat, dass die globale Temperatur gemäß den Forschungsergebnissen der NASA und anderer Forschungsinstitute seit zehn Jahren nicht mehr ansteigt, hat Prof. Latif einen Rückzieher gemacht. Er hat nun Meeresströmungen in seine Modellrechnungen einbezogen, um diese an die eingetretenen Entwicklungen anzupassen. Welch andere Einflussgrößen werden wohl einbezogen, wenn die Wirklichkeit in wenigen Jahren mit der vorausgesagten Temperaturentwicklung wieder nicht übereinstimmt?
Da zu wenige quantitative Kenntnisse über die verschiedenen Einflussparameter auf das komplexe, chaotische Klimageschehen bekannt sind, dürfte, wie sich der Moderator Prof. Bublath in seinem ZDF-Wissenschaftsmagazin richtig äußerte, eine Klimavorhersage über 10, und noch mehr über 100 Jahre, auch mit den leistungsfähigsten Computern, eine Illusion sein. Das wäre nicht so tragisch, wenn nicht solche Szenarien von den genannten Klimaforschern, die die Bundesregierung beraten, gegenüber dieser als gesicherte Prognosen ausgegeben würden.
Dr. rer. nat. G. Hauck, per E-Mail
TRUGBILDER AUS DER TRENDSCHMIEDE
Titelgeschichte, Heft 10/2008
Ich finde es gut, dass Sie das Thema Prognosen für Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft kritisch unter die Lupe genommen haben. In einem Punkt kann ich Ihnen und Ihren Autoren vollständig recht geben: Aus eigener Anschauung ist mir bekannt, dass häufig unseriös gearbeitet wird, und die Vorhersagen sind dann bloße unkritische Extrapolationen bereits vorliegender Trends. Geld lässt sich offensichtlich auch damit verdienen.
Es ist allerdings so eine Sache mit der Erregung von Aufmerksamkeit. Eine recht wissenschaftlich gehaltene Studie wird von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen. Was mache ich dann, wenn ich eine Entwicklung beobachte, die zu Gefahren für die Gesellschaft führen kann? Ich blase die Sache auf, damit sie überhaupt wahrgenommen wird. Das birgt natürlich die Gefahr der Übertreibung, und es kann sich herausstellen, dass alles doch nicht ganz so schlimm war. Aber ohne gehöriges Trommeln gelangt die Angelegenheit nie an die Ohren der Leute, die Weichenstellungen ändern können – nämlich an die Ohren von Politikern.
Dr. Franz Peter Schmitz, per E-Mail
Ich habe eine Anmerkung zu der Behauptung, wonach die Klimaforscher seriösere Meinungen hätten als die „Klimaskeptiker” . Der Umstand, dass zum Beispiel die Kieler Klimaforscher ihre Klimaszenarien so vehement in der Öffentlichkeit vertreten, ist auch der Tatsache zu verdanken, dass es hier um öffentliche Fördergelder geht. Je mehr Klimawarnungen die Forscher in der Öffentlichkeit verbreiten, desto mehr Geld gibt es.
Sie haben im gleichen Heft schließlich auch die Meinung von Herrn Reichholf abgedruckt („Wer sich irrt, soll zahlen”, ab S. 42 – Anm.d.Red.), der darauf hingewiesen hat, dass „die Mehrheit (seiner) Kollegen der unabhängigen Wissenschaft” nicht unbedingt der Meinung der in der Öffentlichkeit auftretenden Klimapropheten ist.
Das soll nicht heißen, dass es überhaupt keine Klimaprobleme gäbe oder dass man nichts gegen Umweltverschmutzung tun soll. Nur muss man auch hier bedenken, warum etwas zu einem bestimmten Zeitpunkt in welcher Weise vertreten wird.
Johannes Hufnagel, Hamm/Westfalen
DIE TRICKS DER SCHLAUEN RABEN
Heft 10/2008
Raben lassen eine angeleinte Beute fallen, wenn sie vertrieben werden. Die Forscher vermuten, die Vögel fürchteten den Ruck. Das setzt physikalische Kenntnisse voraus. Ich biete eine andere Hypothese an: Vögel flüchten mit Beute, wenn sie von Schwächeren verfolgt werden. Aber wenn ein Überlegener, zum Beispiel ein Mensch, sie vertreibt, lassen sie die Beute fallen: Sie retten ihr Leben, indem sie dem Gegner die Beute überlassen – wer mein Leben bedroht, dem gebe ich meine Brieftasche. Können die Forscher ein Experiment ersinnen, mit dem sie zwischen beiden Hypothesen unterscheiden können?
Prof. Dr. Fritz Müller, per E-Mail
Ohne Titel
In der Bildunterschrift zu „Doppelter Beta-Zerfall” im Beitrag „Der neunte Zerfall”, Heft 10/2008, S. 57, steckt leider ein Fehler. In der gezeigten Variante des Doppelten Beta-Zerfalls zerfallen nicht zwei Protonen in zwei Neutronen, sondern umgekehrt. Es gibt zwar tatsächlich die Variante, bei der zwei Protonen in zwei Neutronen zerfallen. Dabei werden aber nicht zwei Elektronen und zwei Elektron-Antineutrinos emittiert, wie im Bild dargestellt, sondern zwei Positronen und zwei Neutrinos. Entschuldigung! Die Redaktion




