Was haben Gerd Gigerenzer, Rudolf Kippenhahn und Günther Hasinger gemeinsam? Einmal, dass alle drei Max-Planck- Direktoren sind oder waren. Aber noch etwas eint die Wissenschaftler: Sie sind ausgezeichnete Popularisierer ihrer Disziplin. Alle drei haben das Siegertreppchen beim Wettbewerb „Wissenschaftsbuch des Jahres” erklommen – Gigerenzer sogar schon zweimal. Doch es sind beileibe nicht nur deutschsprachige Autoren, die ausgezeichnet wurden. Der amerikanische Nobelpreisträger österreichischer Herkunft Eric Kandel gehört genauso dazu, wie Ian Wilmut, einer der geistigen Väter des Klonschafs Dolly. Und der britische Mathematiker Keith Devlin genauso wie der langjährige Chefredakteur des Wissenschaftsjournals „Nature” John Maddox. Sie haben Bücher geschrieben, deren Übersetzung ins Deutsche von der Jury – bestehend aus elf angesehenen Wissenschaftsjournalisten – prämiert wurde. Längst ist die Auszeichnung „Wissenschaftsbuch des Jahres” Kult. Sie wird seit 1993 in sechs Kategorien vergeben. Schon vor der Bekanntgabe der Sieger drängen uns die Verlage, die Siegertitel preiszugeben, weil sich das Preis-Logo positiv auf den Verkauf der Bücher auswirkt.
Jetzt gibt es bei unserem Wettbewerb gleich drei Veränderungen: Aus dem eher länglichen Titel „Wissenschaftsbuch des Jahres” wird „Wissensbuch des Jahres”. Damit unterscheidet sich unser Preis von dem österreichischen Konkurrenzpreis bislang gleichen Namens. Mehr noch: Da wir Bücher auszeichnen, die Wissen eingängig vermitteln – ein lediglich in verständlicher Sprache geschriebenes wissenschaftliches Buch leistet das noch lange nicht –, beschreibt der neue Name unsere Zielsetzung markanter als der alte. Die zweite Veränderung ist grafischer Natur: Heino Pollmann, der die visuelle Gestaltung von bild der wissenschaft seit Jahren maßgeblich prägt, hat das Logo der Auszeichnung überarbeitet und ihm eine unverkennbare Geometrie verpasst.
Was Sie, liebe Leserinnen und Leser, am meisten betrifft, ist unsere dritte Neuerung: Ab sofort haben auch Sie eine Jurorenstimme. Wenn Sie uns helfen wollen, die sechs besten Wissensbücher des Jahres 2011 zu ermitteln – bitte sehr: Bis zum 16. August (Einsendeschluss) sind Sie herzlich dazu eingeladen. Die Bücherliste, über die Sie abstimmen können, steht ab 19. Juli unter www.wissenschaft.de im Internet. Ihr Engagement honorieren wir mit wertvollen Buchpreisen, die unter allen Einsendern ausgelost werden.
Mehr über das Wissensbuch des Jahres erfahren Sie auf Seite 75 dieser Ausgabe. Auch die Seiten davor kann ich Ihnen empfehlen – wie natürlich das gesamte Heft: Uta Altmann, die den Buchpreis organisiert, und ich haben Günther Hasinger interviewt. Sie erinnern sich: Er ist einer der Forscher, der von bild der wissenschaft für seine schreiberische Qualität ausgezeichnet wurde. Im Hauptberuf ist Hasinger einer der führenden Astrophysiker weltweit. Seit Januar leitet er das 250 Mitarbeiter umfassende Institute of Astronomy der US-amerikanischen University of Hawaii. Man wird also weiter von ihm hören und lesen. Vielleicht nimmt er am Mauna-Kea-Observatorium ja sogar bald eine bdw-Leserreisegruppe als wissenschaftlicher Reisebegleiter in Empfang …





