Einer neuen Methode zur Diagnose von akuten Blutgefäßentzündungen sind Forscher von der Medizinischen Hochschule Hannover auf der Spur. Um schwere Organschäden zu vermeiden, ist es wichtig, diese Erkrankung schnell zu erkennen. Eine eindeutige Diagnose ist allerdings schwierig, denn die Entzündung der Blutgefäße kann das Resultat verschiedener Krankheiten sein. Das zur Zeit wichtigste, aber manchmal mehrdeutige Diagnosemerkmal ist das Auftreten spezieller Antikörper. Diese Moleküle richten sich gegen weiße Blutkörperchen und aktivieren sie. Das löst den Entzündungsprozess aus, in dessen Verlauf Zellen der Blutgefäßwand, die Endothelzellen, absterben. Alexander Woywodt und seinen Kollegen gelang es nun, diese toten Zellen mit einer speziellen Färbemethode im Blut nachzuweisen. Bei 18 Patienten mit akuter Vaskulitis fanden die Forscher im Schnitt 20-mal mehr tote Endothelzellen als im Blut gesunder Personen. Je schlechter es den Patienten ging, desto mehr tote Zellen zirkulierten in ihrem Blut. Jetzt müssen Versuche mit weiteren Patienten zeigen, ob die Zahl toter Endothelzellen im Blut tatsächlich als klinisch nutzbares Diagnostikum einsetzbar ist.
Hans Groth




