Vor Weichmachern in medizinischen Produkten aus Kunststoff warnt die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Hintergrund ist eine schwedische Studie, nach der die sogenannten Phthalate die Entstehung eines Diabetes mellitus Typ 2 begünstigen. Die Forscher um Monica Lind von der Universität Uppsala hatten rund 1000 Probanden, die über 70 Jahre alt waren, untersucht. Jeder neunte von ihnen litt an Diabetes. Bei fast allen dieser Patienten entdeckten die Wissenschaftler Abbauprodukte von Weichmachern, die mit einem erhöhten Diabetes-Risiko einhergingen. Lind vermutet aus diesem Grund, dass die Substanzen den Glukosehaushalt beeinflussen.
Dass Phthalate Männer unfruchtbar machen können und bei Kindern genitale Fehlbildungen begünstigen, war bereits durch frühere Untersuchungen bekannt. Daher wurden sie auch in der Europäischen Union in Kinderspielzeug und Babyfläschchen verboten. Gleichzeitig wurden die Grenzwerte für Weichmacher in Verpackungen für Lebensmittel gesenkt. Die DGE weist jetzt aber darauf hin, dass in Medizinprodukten wie Blut- oder Infusionsbeuteln sowie in Schläuchen und Kathetern noch immer Phthalate in höheren Konzentrationen enthalten sind. Die Organisation setzt sich daher dafür ein, diese Produkte ebenfalls durch solche ohne Weichmacher zu ersetzen.




