„Was wünscht du dir zum Muttertag?”, fragten die Kinder meine Frau beim Frühstück. „Am meisten würde ich mich freuen, wenn ihr mit eurem Vater einen ganzen Tag lang über den Eifelsteig wandern würdet”, antwortete sie. „Ich habe keine Lust zu wandern”, sagte ich und las weiter in meiner Zeitung. „Ein bisschen Bewegung täte dir ganz gut”, meinte meine Frau und starrte demonstrativ auf meine Körpermitte. Ich machte noch einen zweiten Versuch: „Als Winston Churchill einmal gefragt wurde, wie er geschafft habe, ein so hohes Alter zu erreichen, sagte er: ‚No sports, absolutely no sports!‘. Und ich habe nicht vor, jung zu sterben, nur weil ich in der Eifel herumrennen muss.” Doch meine Frau machte mich ungerührt darauf aufmerksam, dass Churchill durchaus ein Reiter, Fechter, Schütze und Polospieler gewesen sei und dass es im Übrigen umstritten sei, ob das Zitat überhaupt von ihm stamme. Ich gab mich geschlagen. Am Muttertagsvormittag schien die Sonne, die Wege waren nicht allzu steil und wir kamen gut voran. Gegen Mittag aber zog ein Gewitter auf, und wir konnten uns gerade noch in eine Schutzhütte retten, bevor ein Wolkenbruch niederging. Nach einer Stunde regnete es immer noch. „Papa, ich habe Hunger”, jammerte mein Jüngster. „Wir auch”, quengelten die beiden Mädchen. Eigentlich hatte ich vorgehabt, im nächsten Ort in einen Imbiss zu gehen, aber das war vorerst ins Wasser gefallen. Viel Proviant hatte ich morgens nicht eingepackt, und das Wenige war längst verzehrt. Ohne viel Hoffnung kramte ich in meinem Rucksack und fand tatsächlich noch einen Donut, den wir vorher übersehen hatten. „Wir können ihn uns teilen”, sagte ich. Ich zog mein Taschenmesser hervor und schnitt den Donut in zwei Hälften. Dann teilte ich jede der beiden Donuthälften noch einmal in der Mitte durch und erhielt so vier genau gleiche Donutviertel. Ich gab jedem meiner Kinder ein Viertel und wollte gerade in mein Viertel beißen, als Christina, meine Älteste, rief: „Halt!” Ich nahm die Hand wieder herunter. „Was ist?”, fragte ich. „Du hast mit drei Schnitten den Donut in nur vier Teile zerlegt. Man kann mit drei Schnitten aber viel mehr Teile bekommen. Hast du dir schon einmal überlegt, wie viele Stücke maximal möglich sind?” „Nein”, musste ich zugeben – und fügte in Gedanken hinzu, dass mir das auch völlig egal sei. „Ich mache dir ein Angebot”, sagte Christina. „ Wenn du herausbekommst, in wie viele Teile man einen Donut mit drei Schnitten höchstens zerlegen kann, bekommst du mein Donut-Viertel.” „Und wenn ich es nicht schaffe?”, fragte ich. „ Dann bekomme ich dein Viertel”, erwiderte Christina. „Das ist mir zu riskant”, sagte ich und biss genussvoll in mein Donut-Stück. Als es schließlich aufhörte zu regnen und wir weiter wanderten, ging mir Christinas Frage nicht mehr aus dem Kopf, aber ich fand keine Lösung. Wissen Sie, in wie viele Teile man einen Donut mit drei ebenen Schnitten maximal zerlegen kann? Dabei können Sie annehmen, dass der Donut ein perfekter Torus ist, also etwa die Form eines Schwimmreifens hat. Die Teile des Donuts bleiben nach dem ersten und zweiten Schnitt an ihrem ursprünglichen Platz und dürfen nicht umgeordnet werden. Ein einzelner Schnitt kann den Donut an zwei Stellen gleichzeitig durchtrennen.
So machen Sie diesen Monat mit
Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (ausschließlich!) auf einer Postkarte bis zum 31. August 2010 an:
bild der wissenschaft, Kennwort „Cogito 08|10″
Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen
Die Lösung und die Namen der Gewinner werden im November-Heft 2010 auf der Leserbrief-Seite veröffentlicht.
Zu gewinnen
Unter den Einsendern der richtigen Lösung werden ein Hauptgewinn und fünf Spiele ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Hauptgewinn ist das Diadem 3,6 x 12 von Zeiss (www.zeiss.de). Das leichte und lichtstarke Fernglas eignet sich ausgezeichnet für unterwegs. Auch kulturelle Events können Sie sich damit nah heranholen. Und mit dem eleganten Design können Sie sich sogar in der Oper sehen lassen. Mehr erfahren Sie unter: www.zeiss.de. Bei dem Spiel handelt es sich um IQmino, „Dornys Tolles Denksport Spiel – Brain Teaser”. Die Aufgabe ist so simpel wie herausfordernd: Es geht darum, aus 4 einfachen Holzteilen über 100 verschiedene Figuren zu legen. Spielend fördern Sie dabei Lernfähigkeit, Gedächtnis, Geduld und Kreativität. Mehr Informationen zum Holzpuzzle gibt es unter www.iqmino-holzpuzzles.com




