Tafel 74 handelt von der Großen Flut: Die alte Göttin Chakchell mit dem Schlangenkopfputz (Mitte) schüttet Wasser aus einem Krug. Unter ihr hockt der schwarze Herr der Unterwelt, der eine Eule im Kopfputz trägt. Beide animieren das Himmelskrokodil, todbringende Wassermassen zu speien. Zwei weitere Regengüsse stürzen aus Hieroglyphen, die für Finsternisse stehen. Die Maya sahen einen Zusammenhang zwischen Sonnen- und Mondfinsternissen und Niederschlag. Im Wasser, das die Göttin verschüttet, steht das magische Datum „5Eb”, an dem die große Flut kommen soll. Die Forscher wissen nicht, wann das ist. Jedenfalls nicht im Jahr 2012, wie Esoteriker propagieren. „Es gibt keine Maya-Aufzeichnung über die Zahl der Universen, und wir wissen nicht, in welcher Welt wir gerade leben, ob in der zweiten oder zehnten oder welcher auch immer”, erklärt Maya-Forscher Grube.




