Göpfert: Muss man eigentlich Göpfert heißen, wenn man Medientrainings anbieten will?
Göpfert: Selbstverständlich.
Göpfert: Wieso „selbstverständlich”?
Göpfert: Weil wir die Medientrainings erfunden haben.
Göpfert: Wer ist „wir”?
Göpfert: Na Sie und ich, Göpfert und Göpfert eben.
Göpfert: Ach! Und das lässt sich beweisen?
Göpfert: Natürlich nicht. Das ist ja das Schöne. Aber es gibt Indizien.
Göpfert: Und welche?
Göpfert: Ich sage nur: „Forschungszentrum Jülich”, vormals „ KFA” …
Göpfert: … für „Kernforschungsanlage”.
Göpfert: Genau! Die Kernenergie war ja in der deutschen Öffentlichkeit ziemlich in Misskredit geraten.
Göpfert: Wegen Tschernobyl.
Göpfert: Nicht nur. Auch wegen der Art und Weise, wie die Kernforscher damals auftraten: fast immer besserwisserisch, von oben herab, mit Fachchinesisch, kaum zu verstehen.
Göpfert: Und das wollten wir ändern.
Göpfert: Ja, und zum Glück nicht allein. Der Anstoß für das erste Training kam ja aus der Wissenschaft selbst, eben aus dem Forschungszentrum Jülich.
Göpfert: Unsere Medientrainings sind also ein Beitrag zur Risikokommunikation.
Göpfert: Eher ein spin-off. Die Atomforscher waren und sind ja kein Einzelfall. Im Grunde haben alle Wissenschaftler große Probleme bei der Kommunikation mit der Öffentlichkeit.
Göpfert: Aber es gibt doch Untersuchungen, die zeigen, dass Wissenschaftler heute viel sensibler in der Öffentlichkeit auftreten. Auch wie sie über ihre Forschung reden, ist besser geworden. Sie haben heute viel mehr Verständnis für die journalistischen Anforderungen.
Göpfert: Das sind Ausnahmen. Sobald Sie sagen, „Wissenschaft muss auch unterhaltsam sein”, ernten Sie nur verständnislose oder böse Blicke.
Göpfert: Das kann ich verstehen. Wenn ich mir so manche Wissenschaftssendung anschaue, dann geht es darin um vieles, nur nicht um Wissenschaft.
Göpfert: Zugegeben, aber ein Wissenschaftsmagazin ist keine Vorlesung. Anspruchsvolle Forschung muss ansprechend verpackt sein, damit sie die Öffentlichkeit erreicht.
Göpfert: Aber ist die Verpackung nicht unser Job, der Job der Journalisten?
Göpfert: Ja und nein. Meine Erfahrung sagt, das Verpacken klappt am besten und am reibungslosesten, wenn die Wissenschaftler mitspielen, und zwar im direkten Wortsinn.
Göpfert: Man muss also das Kind im Forscher wecken.
Göpfert: Ja, genau! Eigentlich bringen alle Forscher das Wichtigste mit: Neugier! Sie vergessen nur, dass nicht alle um sie herum dieselbe Neugier und dieselben Fragen in die Wiege gelegt bekommen haben wie sie. Darauf muss man sie aufmerksam machen.
Göpfert: Und wie geht das?
Göpfert: Indem man sich wohlwollend dumm stellt.
Göpfert: Fällt mir nicht schwer.
Göpfert: Das ist die Basis unseres Erfolgs.
Göpfert: Na vielen Dank!





