Kurt und Karl sind zwei Junggesellen, beide um die 50 Jahre alt und große Zecher vor dem Herrn. Man kann sie jeden Tag zusammen in einer unserer beiden Dorfkneipen treffen. Dort harren sie an der Theke aus, bis der Wirt sie nachts, wenn er schließen will, vor die Tür setzt. Eines Abends im letzten Mai aber saß Karl allein in der Klosterschänke. „Wo bleibt denn nur Kurt heute Abend?”, fragte er den Wirt. Doch der wusste es auch nicht. Also wartete Karl auf seinen Zechbruder und vertrieb sich die Zeit mit sieben Glas Bier und fünf Schnäpsen. Dann hatte er eine Idee. „ Vielleicht ist Kurt in den Frensdorfer Hof gegangen”, sagte er mit schon etwas schwerer Zunge zum Wirt. Der zuckte nur mit den Schultern und meinte: „Möglich wär’s.” „Ich werde einmal nachsehen”, sagte Karl und machte sich kurz entschlossen auf den Weg. Kurt war in der Zwischenzeit tatsächlich im Frensdorfer Hof gewesen und hatte auf Karl gewartet. Um nicht zu verdursten, hatte er fünf Glas Bier und sieben Schnäpse getrunken. Dann sagte er zum Wirt: „Ich werde einmal zur Klosterschänke gehen und nachschauen, ob Karl dort ist.” Nach vielen durchzechten Nächten war eine so große Seelenverwandtschaft zwischen den beiden entstanden, dass sie, ohne voneinander zu wissen, im selben Augenblick ihre Kneipe verließen und sich auf den Weg zur anderen machten. Beide gingen leicht schwankend, aber immer gleich schnell durch die laue Mainacht. Unter der Linde auf dem Marktplatz trafen sie sich. Karl, der etwas schneller als Kurt gegangen war, hatte schon 200 Meter mehr zurückgelegt als sein Zechbruder. Sie beschlossen, das glückliche Ereignis, sich getroffen zu haben, gebührend zu feiern. Karl zog einen Flachmann mit Wacholderschnaps, den er als Wegzehrung mitgenommen hatte, aus seiner Jackentasche. Nachdem die beiden ihn gemeinsam geleert hatten, sagte Karl: „K… k… komm, wir gehen zum F… F… Frensdorfer Hof.” „N… n… nein”, erwidert Kurt. „Wir g… g… gehen zur Klosterschänke.” Kurt holte ein Fläschchen Cognac hervor, aber auch danach konnten sie sich nicht einigen. Also zog jeder allein seines Wegs. Karl ging weiter zum Frensdorfer Hof und Kurt zur Klosterschänke. Doch der Alkohol hatte ihre Schritte schwer gemacht, und so kamen sie nur halb so schnell voran wie zuvor. Karl erreichte 8 Minuten, nachdem sie die Linde verlassen hatten, sein Ziel, aber Kurt brauchte ganze 18 Minuten bis zur Klosterschänke. Was die beiden Zechbrüder alles noch an diesem Abend tranken und wie sie sich am nächsten Morgen fühlten, ist für unsere Aufgabe bedeutungslos. Wir wollen nur wissen, wie weit es von der Klosterschänke bis zum Frensdorfer Hof ist.
So machen Sie diesen Monat mit
Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (und nur die!) auf einer Postkarte bis zum 28. Februar 2009 an:
bild der wissenschaft, Kennwort „Cogito 02|09″
Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen
Die Lösung und die Namen der Gewinner werden im Mai-Heft 2009 auf der Leserbrief-Seite veröffentlicht.
Zu gewinnen
Unter den Einsendern der richtigen Lösung werden ein Hauptgewinn und fünf Bücher ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Hauptgewinn ist das Monokular MiniQuick 5 x 10 T* von Zeiss in einer Weichledertasche. Es hat eine fünffache Vergrößerung, ist extrem leicht (23 Gramm), kompakt (nur 11,3 Zentimeter lang), spritzwasserdicht und lässt sich wie ein Füllfederhalter gut überallhin mitnehmen. Mehr unter: www.zeiss.de. Buchpreis ist „Der Quantenkosmos” von Claus Kiefer, Physik-Professor an der Universität Köln und ein führender Experte auf dem Gebiet der Quantengravitation. Kiefer beschreibt die faszinierende Forschung der modernen Kosmologie und Grundlagenphysik gut nachvollziehbar und kurzweilig – von der zeitlosen Welt bis zum expandierenden Universum. Er stellt die ominösen Schwarzen Löcher vor, die geheimnisvolle Dunkle Energie, Superstrings, Extradimensionen, die Pfeile der Zeit und die spannende Suche nach einer „Weltformel”. Mehr dazu unter: www.fischerverlage.de




