Der Versuch im Institut für Medizinische Psychologie der Universität Tübingen war vergleichsweise simpel, die Ergebnisse dagegen frappierten: Einer Reihe von zehn gesunden und zehn psychopathischen Testteilnehmern wurden verschiedene Gesichter präsentiert. Bei einem Bild bekamen die Probanden einen schmerzhaften Schlag auf die Finger. Die Gesunden reagierten bei einem weiteren Durchgang allein schon auf die Präsentation des Fotos – ohne den schmerzauslösenden Schlag – mit körperlichen Reaktionen wie Schwitzen. Und: Ihre für Emotionen zuständigen Hirnareale – Präfrontalcortex, Insula und Amygdala – zeigten in der funktionalen Kernspintomographie (fMRT) massive Aktivitäten (rote Bereiche im linken Bild). Bei den psychopathischen Versuchspersonen dagegen blieben die Bereiche ohne jegliche Erregung (rechts) – obwohl sie das schmerzauslösende Bild durchaus richtig benennen konnten. Diese Emotionslosigkeit („ Kaltblütigkeit”) verhindert, dass Psychopathen soziales Verhalten lernen.





