Die Antwort Darwins war, dass Schönheit im Dienst der Fortpflanzung steht er nannte das sexuelle Selektion: Ein Weibchen erhört demnach das äußerlich attraktivste und damit vermutlich auch genetisch gesündeste Männchen zum Vorteil der Nachkommen, die im Kampf um das Überleben die besten Chancen haben sollen. Wie aber passt ein Pfauenhahn, der ein körperlanges Anhängsel prächtiger Federn mit sich herumschleppt, zum Prinzip des survival of the fittest? Darwin fand keine Antwort. Den Argusfasan sortierte er zusammen mit Pfauen und Paradiesvögeln schließlich in die Kategorie unverständlicher Luxus ein.
Der Evolutionsbiologe Josef Reichholf geht diesem Dilemma Darwins in seinem neuen Buch umfassend nach. Anhand vieler Beispiele betrachtet er die Herkunft, das Zustandekommen und die Funktion der Schönheit im Tierreich und leitet dann zur Schönheit in der Menschenwelt über. Zum Glück zerrinnt das Schöne dabei nicht unter dem analysierenden Blick des Forschers.
Claudia Eberhard-Metzger





