Die Art und Weise, in der wir unsere Sprache benutzen, sagt viel aus über unsere Sicht der Welt, über unsere Beziehungen zu anderen Menschen – und über uns selbst. Die sprachliche Analyse von Gesprächen, Witzen, Drohungen und Flüchen, von Rechtsstreitigkeiten, eidesstattlichen Erklärungen oder dem, was nicht gesagt werden darf, ist deshalb ein Fenster zur Natur des menschlichen Geistes.
Von allen Wörtern, die wir verwenden, nimmt das Verb eine besondere Stellung ein. Pinker betrachtet diese Wortart entsprechend ausführlich. Verben bilden gleichsam das Gerüst, an dessen Halterungen alle übrigen Teile eines Satzes eingehängt werden. Aber Verben strukturieren Sätze nicht nur, sie bestimmen auch entscheidend die Satzbedeutung. Das zeigt sich an Sätzen, die sich nur in ihrem Verb unterscheiden: „Barbara verursachte einen Unfall” stellt die Hauptperson in eine völlig andere Ereignisfolge als „Barbara erlitt einen Unfall”.
Pinkers Buch ist reich an Beispielen aus dem Alltag, die er in die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Linguistik einbettet – eines anspruchsvollen Fachs, das sich dem Laien wegen seiner akademischen Sprache oft verschließt. Pinker wünscht sich für sein Buch ausdrücklich eine breite Leserschaft und bemüht sich entsprechend um Verständlichkeit.
Claudia Eberhard-Metzger





