Ich WAR am Samstagabend mit meiner Frau auf ein Glas Wein in den Dorfkrug gegangen. Wir studierten noch die Weinkarte, als Sigismund Sülzheimer und seine drei Freunde Albrecht, Berthold und Clemens lärmend die Kneipe betraten. Sie setzten sich an einen Tisch in der Mitte des Raums und riefen dem Wirt zu, er möge ihnen vier Bier und ein Kartenspiel bringen. Dann baute jeder von ihnen mehrere Türmchen aus Ein-Euro-Münzen vor sich auf dem Tisch auf. Berthold betrachtete nachdenklich die Münztürme von Albrecht und Clemens und meinte dann: „Ihr beide habt zusammen genau doppelt so viel Geld wie ich.” Dann brachte ihnen der Wirt die Karten, und sie begannen Poker zu spielen. Sigismund hatte Glück: Schon nach kurzer Zeit hatte er doppelt so viele Münzen vor sich liegen wie zu Anfang. „Ein Runde Champagner für die Damen!”, rief er und blinzelte ringsum den Frauen zu. Sigismund hält sich für den schönsten Mann des Ortes und seinen Charme für unwiderstehlich. Er sei ein Frauentyp, betont er immer wieder. Allerdings steht er mit seiner Ansicht ziemlich alleine da. Der Wirt trat an den Tisch. „Champagner bekommst du nur gegen Vorauszahlung”, sagte er und nannte einen ganzzahligen Eurobetrag. „Kein Problem”, erwiderte der schöne Sigismund großspurig und zählte dem Wirt das Geld von seinen Eurotürmchen in die Hand. Dann spielten die vier Männer weiter. Sigismund hatte eine Glückssträhne. Es dauert nicht lange, da hatte er den Rest seines Geldes wieder verdoppelt, und er rief erneut: „ Champagner für die Damen!” Der Wirt ließ sich wieder das Geld für die Getränke geben, und Sigismund spielte mit den ihm verbliebenen Münzen weiter. Wieder hatte er Glück, verdoppelte den Rest seines Geldes und gab eine Runde Champagner aus. Die vier Männer pokerten weiter, und Sigismund konnte ein viertes Mal den Rest seines Geldes verdoppeln. Dabei gewann er das gesamte Geld, das seinen drei Freunden noch verblieben war. Er spendierte erneut allen anwesenden Frauen ein Glas Champagner. Dann hatte der schöne Sigismund kein Geld mehr. „Naja”, sagte er, starrte in seine leere Geldbörse und zuckte mit den Schultern. „Glück im Spiel und Glück in der Liebe.” Dann warf er den Frauen eine Kusshand zu, sagte dem Wirt, er möge das Bier anschreiben und verließ mit seinen Freunden den Dorfkrug. „Was meinst du?”, sagte meine Frau und schlürfte ihren vierten Champagner. „Wie viel Geld hatte unser spendabler Sigismund, bevor die vier anfingen zu pokern?” Ich musste passen. Wissen Sie es? Sie dürfen davon ausgehen, dass jede der vier Champagnerrunden gleich teuer war und dass Berthold zu Anfang zwischen 50 und 100 Euro hatte.
So machen Sie diesen Monat mit
Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (ausschließlich!) auf einer Postkarte bis zum 31. Mai 2009 an:
bild der wissenschaft, Kennwort „Cogito 05|09″
Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen
Die Lösung und die Namen der Gewinner werden im August-Heft 2009 auf der Leserbrief-Seite veröffentlicht.
Zu gewinnen
Unter den Einsendern der richtigen Lösung werden ein Hauptgewinn und fünf Bücher ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Hauptgewinn ist das Monokular MiniQuick 5 x 10 T* von Zeiss in einer Weichledertasche. Es bietet eine fünffache Vergrößerung, ist extrem leicht (23 Gramm), kompakt (nur 11,3 Zentimeter lang), spritzwasserdicht und lässt sich problemlos überallhin mitnehmen (mehr unter: www.zeiss.de). Buchpreis ist „ Hawkings neues Universum. Wie es zum Urknall kam”. Darin berichtet bdw-Astronomie-Redakteur Rüdiger Vaas über den aktuellen Stand der Kosmologie – insbesondere über die Forschungen von Stephen Hawking. Er hat eine neue Erklärung des Urknalls vorgeschlagen: Demnach entstand unser Universum aus einem früheren, das eine umgekehrte Zeitrichtung besaß und in sich zusammengestürzt ist (mehr unter www.kosmos.de).




