Die ungewöhnliche Perspektive und gewagte Bildaufteilung geben dem Bild einen surrealistischen Touch. Mit Farbbearbeitungen am Computer hat die Fotografin zusätzlich Effekte geschaffen, die das Diffuse unterstreichen und Kontraste verstärken. Über zwei Stunden ist Klaus Bartl, Forscher am Zentrum für Sensomotorik in München, den Anweisungen der Fotografin gefolgt. In die Ferne sollte sein Blick gerichtet sein – das künstliche Auge dem Betrachter zugewandt. Mit ihm erklärt der Wissenschaftler auf öffentlichen Veranstaltungen anschaulich die Leistung des Sinnesorgans Auge. Die Apparatur auf seinem Kopf ist eine drehbare Kamera, die den Bewegungen seiner Augen folgt und exakt das aufnimmt, was die Augen sehen. Zwei seitlich angebrachte Infrarotkameras registrieren die Augenposition und geben entsprechende Signale an die Motoren der Kopfkamera weiter. Der Prototyp gibt nicht nur Aufschluss über willkürliche und unwillkürliche Augenbewegungen – er könnte auch praktischen Nutzen haben: in der Medizin zur lückenlosen Dokumentation einer Operation, bei Sportberichten zur Übermittlung verwacklungsfreier Bilder – beispielsweise aus der Sicht eines Skifahrers oder Tänzers – und auch als neue Form filmischer Darstellung, die dem natürlichen Beobachtungsverhalten des Menschen entspricht.





