Wie ein Stapel Bierdeckel lagen die Goldringen aufeinander, als sie 1962 in der Schweizer Gemeinde Erstfeld am St. Gotthard entdeckt wurden. „Es wird gerätselt, ob der Schatz am Fuß des Berges einen gefahrlosen Übergang gewährleisten sollte”, erzählt Hoppe. Die vier Hals- und drei Armringe waren nagelneu, als die Kelten sie in der Erde deponierten – und sie haben einen extrem hohen Goldgehalt von rund 95 Prozent. Während die Armringe mit Ranken und Wellenlinien geschmückt sind, ziert die Halsringe ein Potpourri aus unheimlichen Fabel- und Mischwesen: Stiere, Männchen mit Widderköpfen, Vögel und anderes. „Das Verschmelzen von Mensch und Tier ist typisch für die Geisteswelt der frühen Kelten und war sicher für Auftraggeber und Künstler von Bedeutung” , sagt Hoppe. Nicht nur beim Fund von Erstfeld herrscht das Prinzip des Verschlungenen. Auch aus anderen Regionen sind Objekte mit diesem Muster bekannt. „Die Kunst und die Gedanken dahinter waren in der frühen Latène-Zeit weit verbreitet.”




