Einen winzigen Stern hat ein internationales Astronomenteam um Frédéric Pont im Sternbild Carina entdeckt. Mit dem 8,2-Meter-Teleskop Kueyen der Europäischen Südsternwarte in Chile beobachteten die Forscher, wie er alle 7,3 Tage vor dem Stern OGLE-TR-122 vorüberzieht und dessen Helligkeit um 1,5 Prozent verringert. Der Begleitstern OGLE-TR-122b hat nur ein Elftel der Masse unserer Sonne und ein Achtel ihres Durchmessers. Obwohl der Stern die 96fache Masse des Jupiter besitzt, ist er nur 16 Prozent größer als dieser – er ist 50-mal dichter als die Sonne. Das ist überraschend: Es gibt Planeten, die ausgedehnter sind als dieser bislang kleinste bekannte Stern. So ist zum Beispiel der Planet HD209458b rund 14 Prozent größer als OGLE-TR-122b.
Indessen hat Donald F. Figer vom Space Telescope Science Institute in Baltimore das andere Extrem der Sternmassen erforscht. Ein siebenjähriges Studium des Arches Cluster im galaktischen Kern ergab, dass sich heute Sterne mit maximal der 150fachen Masse unserer Sonne bilden können. Arches, 25 000 Lichtjahre entfernt und 2,5 Millionen Jahre alt, ist mit über 10 000 Sonnenmassen der massereichste Sternhaufen der Milchstraße und müsste – statistisch gesehen – 20 bis 30 Sterne mit 130 bis 1000 Sonnenmassen besitzen. Figer fand aber keinen einzigen. Auch in anderen jungen Sternhaufen wie R136 in der Großen Magellan’s chen Wolke gibt es keine stellaren Schwergewichte. Trotzdem ist die Existenz von Sternen mit bis zu 250 Sonnenmassen nicht ausgeschlossen – wenn nämlich zwei Giganten miteinander verschmolzen sind. Das könnte beim 25 000 Lichtjahre entfernten Pistolenstern der Fall gewesen sein, dessen Durchmesser so groß ist wie die Erdbahn.




