Ich bin selbst Linkshänder und habe, seit ich lesen kann, auch die Fähigkeit, im Handlungsverlauf eines Traumes zu lesen und zu schreiben. In vielen wissenschaftlichen Artikeln wird behauptet, das sei prinzipiell ausgeschlossen.
Als ich etwas irritiert in meinem Umfeld herumfragte, zeichnete sich ab, dass (bei der relativ kleinen Stichprobe tatsächlich ohne Ausnahme) alle befragten Linkshänder im Traum lesen und schreiben können und das für völlig selbstverständlich halten, während diese Fähigkeit den Rechtshändern nicht nur verschlossen bleibt, sondern diesen schon der Gedanke daran abwegig erscheint.
Wissenschaftliche Ergebnisse oder auch nur Untersuchungen habe ich zu diesem Phänomen keine finden können. Weiß jemand unter den bdw-Lesern etwas Interessantes dazu?
Tore Wiedenmann, per E-Mail
Sehr gewünscht hätte ich mir, dass Sie den Aspekt der Umschulung von einer auf die andere Hand erwähnen und die Auswirkungen der Umschulung auf das Leben der Menschen schildern. Seitdem ich mit links schreibe und am PC meinen
Trackball mit der linken Hand benutze, hat sich mein Leben sehr verändert.
Früher hatte ich undeutlich gesprochen und mich in gesprochenen Sätzen verhaspelt. Meine Schrift war furchtbar. Ich konnte das, was ich in meinem Kopf hatte, nicht ausdrücken. Meine Zahnbürstenköpfe waren nach kürzester Zeit Besen, und ich benutzte einen elektrischen Rasierapparat, weil ich mich zuvor mit einem Klingenrasierer immer geschnitten hatte.
Ich habe mich zur Rückschulung – zur Schulung und Nutzung meiner tatsächlich dominanten linken Hand – entschlossen. Meine elektrische Zahnbürste meldet mir, seitdem ich sie in der linken Hand halte, nicht mehr, dass ich zu stark aufdrücke. Meine Unterschrift finde ich heute richtig gut. Insbesondere aber muss ich heute nicht mehr lange im Kopf vorformulieren, um dann etwas zu sagen (oder es sein zu lassen, da die Diskussion fortgeschritten ist und mein Satz nicht mehr passt). Ich kann jetzt lossprechen und mich darauf verlassen, dass der von mir gesprochene Satz tatsächlich wiedergibt, was ich sagen wollte. Das ist ein Geschenk, das ich nicht erwartet hatte.
Michael Pruß, Beelitz
Etwas, was für Rechtshänder geschaffen worden ist, sind die Wendeltreppen in Burgen, die verteidigt werden müssen. Der Verteidiger kommt von oben und kann mit seinem Schwert, das mit dem rechten Arm geführt wird, weit ausholen. Der Angreifer von unten kann nur mit der normalerweise schwächeren linken Hand schlagen.
Ernst Willenbrock, per E-Mail
Ihre Meinung ist gefragt
Heft 10/2014: Berichterstattung über Suizide?
Veröffentlichungen: ja, unbedingt, aber keinesfalls(!) personalisiert, sondern nur nach verschiedenen Gesichtspunkten statistisch aufbereitet.
Hermann Kissig, per E-Mail
Menschen sollten sich nicht umbringen, nur weil sie Prominenten nacheifern. Ich bin daher ohne Einschränkung für eine zensierte beziehungsweise reglementierte Berichterstattung über Suizide.
Ingo Flick, per E-Mail
Der alte Mann und der Mars
Heft 9/2014
Aldrin bezeichnet Menschen, die bereit sind, zum Mars zu fliegen, als „Pioniere”. Dieser Begriff verharmlost die Tatsache, dass er es gut fände, wenn diese Menschen nicht mehr zurückkehren könnten. Sicher werden sich Weltraumromantiker, die zu viele Science-Fiction-Filme gesehen haben, bereit erklären, auf immer der Erde den Rücken zu kehren. Sie sind aber keine Pioniere, sondern ganz einfach Versuchskaninchen – und das sollte man auch so nennen.
Wenn Mars-Expeditionen einen Sinn haben sollen, dann vor allem den, zu erfahren, wie der Mensch sich in einer künstlichen Welt entwickelt und ob auf der Erde erdachte technische Hilfsmittel sich auch in der Praxis auf dem Mars bewähren. Dabei kann man die auftretenden psychischen Belastungen vermutlich noch nicht einmal erahnen. Wenn ein System nicht wie geplant funktioniert, hat der Marsbewohner eben Pech gehabt.
Kein echter Pionier hätte je unter Einsatz seines Lebens Kontinente erforscht, keiner hätte als erster Berge bestiegen oder die Antarktis durchquert, keiner wäre gen Westen gesegelt, um neue Schifffahrtswege zu erkunden oder wäre auf den Mond geflogen, wenn nicht die Chance und Hoffnung bestanden hätte, das Unternehmen zu überleben und zurückkehren zu können.
Es wäre schon interessant zu wissen, ob Herr Aldrin auf den Mond geflogen wäre, wenn man ihm vorher gesagt hätte, dass er nach der Mondlandung bis ans Ende seiner Tage die Erde nur noch vom Mond aus sehen kann.
Klaus Stölker, per E-Mail





