Was ist zu halten von einem Buch, in dem Professoren als „ Berufene ohne innere Berufung”, „vergreiste Wissenschaftler”, „ Weltfremde” und „Sklaventreiber” bezeichnet werden? Zugegeben: Es macht skeptisch. Doch die Autoren Uwe Kamenz (Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Internet-Marketing in Dortmund) und Martin Wehrle (Karriere-Coach und preisgekrönter Publizist) beweisen mit Witz und vielen Fakten, dass es genug Grund zur Kritik gibt. Nach ihren Untersuchungen lehren und forschen von den 38 000 Professoren in Deutschland höchstens die Hälfte mit Volldampf. Und auf eine fingierte Stellenanzeige in der Wochenzeitung „Die Zeit” meldeten sich tatsächlich 44 Hochschullehrer, die erklärten, zwei bis drei Tage pro Woche für einen Nebenjob aufbringen zu können. Gesetzlich erlaubt sind höchstens acht Wochenstunden.
Unkündbarkeit und mangelnde Kontrolle, die freies Denken und unabhängige Kritik gewährleisten sollen, scheinen auf manche Professoren wie ein Freibrief für persönliche Bereicherung zu wirken. Dabei ist es gerade ihre Überparteilichkeit, die Hochschullehrer zum Beispiel zu gern gesehenen Gästen in Talkshows macht. Nicht nachvollziehbar ist, warum sie dabei für einen einstündigen Auftritt zwischen 7500 Euro (der Leipziger Namensforscher Prof. Jürgen Udolph) und 14 500 (der Darmstädter Finanzexperte und Wirtschaftsweise Prof. Bert Rürup) kassieren. Man kommt nicht umhin, nach der Lektüre kritischer auf die deutsche Akademikergilde zu blicken.
Uwe Kamenz, Martin Wehrle PROFESSOR UNTAT Econ, München 2007 282 S., € 18, – ISBN 978-3-430-20018-9
Bettina Gartner





