Welche Gene benutzt das Gehirn, wenn es denkt? Diese Frage treibt die Forscher des Allen Institute in Seattle um. Gegründet wurde es von Paul Allen, einem der Microsoft-Väter, der einen Teil seines Vermögens für die Grundlagenforschung gestiftet hat. Mit langen, extrem scharfen Hirnmessern zerlegen die Technischen Assistenten in Seattle die Gehirne von gerade Verstorbenen, die ihren Körper der Forschung zur Verfügung gestellt haben. Wie beim Connectom-Projekt schneidet ein Mikrotom das Gewebe in hauchdünne Scheiben. Die wandern aber nicht ins Elektronenmikroskop, sondern werden mit Gen-Sonden behandelt. Diese Sonden erkennen, welche Gene in den Nervenzellen aktiv waren und färben die Zellen so ein, dass unter dem Mikroskop die verschiedenen Gen-Aktivitäten sichtbar sind.
Ende 2006 veröffentlichte das Allen Institute den ersten hochauflösenden Gen-Atlas des Mäusegehirns. Er steht für alle Wissenschaftler im Internet als Informationsquelle zur Verfügung: www.brain-map.org. Vier Jahre Arbeit von etwa 100 Wissenschaftlern und Technischen Assistenten stecken darin. Das Projekt hat um die 40 Millionen Euro gekostet. Für den Gen-Atlas des menschlichen Gehirns sollen bis zu 15 menschliche Gehirne untersucht werden. Wie bei den Connectom-Projekten versuchen auch die Forscher aus Seattle die Prozesse so stark wie möglich zu automatisieren, um die riesige Menge an Gewebeproben und Informationen zu verarbeiten.




