Langsam verstummten die Unterhaltungen im Jagdzimmer des Schlosses. Alle Gäste blickten erwartungsvoll auf den Baron. Münchhausen zündete sich seine Pfeife an, nahm ein paar Züge und begann zu erzählen. „Im Jahre 1761 war ich beim Sultan von Abu Telfan zu Gast, und wir verbrachten die Tage auf angenehmste Weise mit Jagden im Mondgebirge. Eines Tages lud mich der Sultan in seine Privatgemächer ein. Wir saßen in weichen Sesseln und rauchten Wasserpfeifen. Eine Dienerin brachte uns starken heißen Mokka und verschwand genauso geräuschlos wie sie gekommen war. Der Sultan interessierte sich sehr für europäische Politik, und ich berichtete ihm von den letzten Entwicklungen in Frankreich und Russland. Plötzlich drang durch das offene Fenster ein lautes Gezeter an unsere Ohren. Der Sultan schien den Lärm gar nicht wahrzunehmen und rauchte in Ruhe weiter. Mich jedoch störte er sehr. Nach einiger Zeit stand ich auf, um das Fenster zu schließen. Dabei warf ich einen Blick nach draußen. Meine Herren, Sie können sich nicht vorstellen, was ich dort sah!” Der Baron nahm sein Glas und trank einen Schluck Rotwein. „Nun spannen Sie uns nicht so auf die Folter”, sagte der alte General von Oorde. „ Erzählen Sie weiter!” Münchhausen nahm den Faden wieder auf. „Ich blickte in einen Innenhof des Palastes hinunter, der mit schwarzen und weißen Steinen gepflastert und wie ein Schachbrett in 64 Felder unterteilt war. Jede der Frauen des Sultans saß, prunkvoll geschmückt, in einem Sessel, der auf jeweils einem der Felder dieses Schachbretts stand. Die Frauen zeterten und stritten sich wie Kesselflicker. Um das Schachbrett standen schweigend zwei Dutzend Dienerinnen. ,Was ist denn dort los?‘, fragte ich meinen Gastgeber. Der Sultan trat zu mir ans Fenster. ,Ach, teurer Freund, kümmert euch nicht drum’, sagte er. ,Meine Frauen spielen mal wieder Schach nach ihren eigenen Regeln. Jede von ihnen ist eine Königin, und die Dienerinnen des Harems müssen die anderen Figuren spielen. Wie Ihr seht, haben sie schon alle Figuren geschlagen und stehen selbst nun so auf dem Brett, dass jedes freie Feld bedroht ist. Jetzt können sie sich nicht darüber einigen, wie es weitergehen soll.‘ Der Sultan schloss das Fenster, und wir widmeten uns wieder dem Mokka und den Pfeifen.” „Wie viele Frauen hatte denn der Sultan?”, fragte Graf Frensdorf. „Meine Herren”, erwiderte Münchhausen, „das können Sie sich leicht selbst überlegen, denn auf dem Schachbrett stand die kleinste Zahl von Königinnen, mit der es möglich ist, alle freien Felder zu bedrohen.”
Kennen Sie die Zahl? Natürlich gelten auch für die Haremsdamen die üblichen Schachregeln. Besetzte Felder dürfen, aber müssen nicht bedroht werden.
Die Lösung des Dezember-Preisrätsels
Klappt man die Karte auf, sieht man, dass sie durch die Faltungen in die vier Quadrate A, B, C und D unterteilt ist. Wenn die Karte die Länge a und die Breite b hat, beträgt die Seitenlänge des Quadrates A gerade b. Daraus folgt für B eine Seitenlänge von a – b und hieraus wiederum für C die Seitenlänge b – (a – b) = 2b – a. Entlang der oberen Kante der Karte sind die drei Quadrate A, D und C aufgereiht. Somit hat D eine Seitenlänge von a – b – (2b – a) = 2a – 3b. Damit D auch tatsächlich ein Quadrat ist, müssen seine obere und seine rechte Seite gleich lang sein. Es gilt also 2a – 3b = 2b – a. Daraus folgt, dass die kurze Seite der Karte eine Länge von b = 3a/5 = 9 Zentimetern hat.
Die Gewinner
Das Los hat entschieden: Peter Esser, Viersen, und Winfried Schönling, Köln, erhalten den Hauptgewinn, ein Fernglas. Die DVDs bekommen: Hartmut Riman, Augsburg; Cornelia Seel, Amberg; Prof. Dr. B. Stallkamp, Osnabrück; Petra Thielmann, Bruchertseifen; Bernd Wolff, Halstenbek. Wir gratulieren allen Gewinnern.
So machen Sie diesen Monat mit
Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (ausschließlich!) auf einer Postkarte bis zum 31. März 2007 an:
bild der wissenschaft, Kennwort „Cogito 03|07″
Ernst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen
Die Lösung und die Namen der Gewinner werden im Juni-Heft 2007 veröffentlicht.
Zu gewinnen
Unter den Einsendern der richtigen Lösung werden ein Hauptgewinn und fünf Bücher ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Hauptgewinn sind zwei Taschenferngläser „Victory Compact” von Carl Zeiss für den besseren Durchblick (www.zeiss.de). Als Bücher verlosen wir „3 – 2 – 1 abgezockt”, erschienen im VVI Verlag (www.321abgezockt.de). Mike Paßmann beschreibt darin, wie eBay-Betrüger abkassieren und wie man sich davor schützen kann oder sich notfalls sein Geld zurückholt. Weitere Themen sind falsche Bewertungen, Versand-Tricks, Dreiecksbetrug, gefälschte Marken, schädliche Spaßanbieter und die nimmermüde Nigeria-Connection.
Sind Sie noch im Bild der Wissenschaft? – Die richtigen Antworten
1b 2c 3a 4b 5b 6bc 7c 8a 9b 10a




