Auch ohne Mordfall gelingt es dem Autor, den Leser stärker zu packen als mancher Tatort und mehr Wissen zu vermitteln als viele Sachbücher. Sein Buch beleuchtet, warum Menschen Ängste erlernen und wie sie sie bekämpfen können. Shpancer, der selbst als Psychotherapeut arbeitet, beleuchtet in drei Erzählsträngen die Probleme seiner Patienten. Geschickt verknüpft er dabei Theorie und Praxis: Der Protagonist, der im Buch nur der Psychologe heißt, unterrichtet Studenten in einem Abendkurs.
Shpancer bietet keinen umfassenden theoretischen Abriss der Psychotherapie, viele Theorien und große Namen klingen bloß an. Doch die für die Therapie von Ängsten wesentlichen Ideen erklärt er sehr differenziert und anschaulich.
Wenn Shpancer in seiner Praxis umsetzt, was sein Protagonist lehrt, ist er in der Tat ein sehr guter Psychologe. Auf jeden Fall ist er ein sehr guter Autor.
Hanna Drimalla





