Auf naturwissenschaftlich nüchterne, aber herrlich verständliche Weise geht der österreichische Astrophysiker Heinz Oberhummer der brisanten Frage nach: Kann das alles Zufall sein? Steuern wir in unserem „Raumschiff Erde”, wie Oberhummer es nennt, einem Ziel entgegen? Oder hat Gott gewürfelt?
Oberhummer holt weit aus, um darauf eine Antwort zu finden. Mit Geduld und einer Portion Witz erklärt er die Hintergründe des Themas: die Entstehung des Universums, das Leben der Sterne und die Natur des Menschen. Gründlich und verständlich erzählt er von Dunkler Materie, Ungeziefertheorie und Urknall.
Am Schluss entwirft Oberhummer eine Vision, die manch modern denkender Theologe mit ihm teilt: das Universum als schöpferisches Zufallsprodukt. Statt anzunehmen, dass uns die Erde auf den Leib geschneidert ist und nach einer „Theorie für alles” zu suchen – wie etwa Stephen Hawking –, favorisiert er die Vorstellung eines Multiversums, in dem es neben dem unsrigen Universum noch unendlich viele andere gibt. Gott, von dessen Existenz Oberhummer überzeugt ist, hätte sich demnach nicht mit der Feinjustierung eines einzelnen Lebensraumes aufgehalten, sondern gleich zum größtmöglichen Wurf angesetzt und eine unendliche Zahl von Universen geschaffen, in denen die verschiedensten physikalischen Bedingungen herrschen. Kein Wunder also, dass es darunter auch eines gibt, in dem Leben möglich ist. Bettina Gartner
Heinz Oberhummer KANN DAS ALLES ZUFALL SEIN? Ecowin, Salzburg 2008 169 S., € 22, – ISBN 978–3–902404–54–1





