Keine wissenschaftliche Publikation ohne „Peer Review”. Dazu muss der Autor erstens promoviert sein, zweitens einer namhaften Institution angehören. Demnach gilt „Herkunft vor Inhalt”.
Einstein publizierte seine bahnbrechenden Artikel 1905 allein, als privater Diplom-Physiker, dem die Universität „zu blöd” geworden war. Damals galt noch „Inhalt vor Herkunft”. Nach heutigen Kriterien hätte ihn sein Verleger Planck hochkant feuern müssen! Titel erhielt er erst später, aufgrund jener Publikationen. Im heutigen Absurdistan gilt die umgekehrte Reihenfolge.
War Einsteins Genie also nur die Folge der damals noch wissenschaftlich statt heute ökonomisch begründeten Zulassungskriterien? Wie viele Einsteins mag diese sachfremde Zensur schon verhindert haben? Existiert seine „Weltformel” längst, wurde aber Opfer jenes Herkunftswahns?
Jahrhundertideen sind das eine – ihre faktische Zensur etwas anderes. Ökonomischer Schwachsinn vor Universitas. Genies sind sicher nicht ausgestorben, sondern zugunsten von Scharlatanen nur systematisch mundtot gemacht.
Claus Birkholz, per E-Mail
Das plakative und höchste Erwartungen weckende Titelthema der aktuellen Ausgabe wird meines Erachtens dem wissenschaftlichen Anspruch Ihrer Zeitschrift nicht gerecht.
Nach Lesen des Beitrags drängt sich eher der Eindruck eines reißerischen (siehe Formulierung des Titelthemas) Boulevard-Journalismus auf – so etwas sollte bild der wissenschaft doch nicht nötig haben.
Interessant wäre gewesen, einmal zu erfahren, für welche Attribute der Volksmund „Genialität” zuweist und wie (und ob) diese Zuweisung in den einzelnen Wissenschaftsdisziplinen erfolgt.
Sollte die Evolutionstheorie valide sein, müsste sich die Frage ergeben, wieso sich Genialität evolutionär nicht durchgesetzt hat. Oder kommen wir (fast) alle als Genies zur Welt und werden nur mehr oder weniger durch unser Bildungssystem verblödet beziehungsweise unzureichend gefördert, um so unser Geniepotential nie voll erschließen zu können?
Dr. Michael Graw, per E-Mail
Wer Steve Jobs auf die gleiche Stufe wie Albert Einstein stellt, riskiert sein Renommee als seriöses Wissenschaftsjournal.
Dieter Cermak, per E-Mail
Quantenphysik in 5 Etappen
Titelgeschichte
Heft 9/2012
Herzlichen Dank für Ihren Beitrag in der Septemberausgabe von bild der wissenschaft. Die „Quantenphysik in 5 Etappen” ist Ihnen hervorragend geglückt. Ich habe sie schon mehrmals durchgelesen, um es gut genug im Kopf zu haben, damit ich meinen Freunden davon erzählen kann.
Reinhard Nattkamp, per E-Mail
Streit um Cholesterin-Senker
Heft 9/2012
Zum Streit um Cholesterinsenker gab es eine amerikanische Studie an gefallenen beziehungsweise verstorbenen Soldaten während des Vietnamkrieges.
Die gefallenen Soldaten wiesen eine sehr starke Arteriosklerose auf, vermutlich bedingt durch den permanenten Stress mit Todesangst, aber wohl auch durch die kalorienreiche Ernährung des Militärs begünstigt.
Eine zweite Gruppe rekrutierte sich aus Soldaten, die sich im vietnamesischen Dschungel verirrt hatten, wohl ähnlichem Stress ausgesetzt waren wie ihre ge- fallenen Kameraden, aber schließlich verhungert waren. Deren Obduktionen ergaben, dass sie völlig saubere und intakte Arterien hatten. Die Hungersituation des Körpers hatte also zum kompletten Abbau der Plaque geführt und sogar die arteriellen Veränderungen (Arteriosklerose) waren beseitigt.
Mir ist keine Studie bekannt, die derart drastische Hungerkuren, natürlich ohne Exitus, an Menschen mittleren oder hohen Alters vollzogen hat. Wahrscheinlich funktioniert eine derart gute Regeneration nur bei einem jungen Körper. Aber auch partielle Regeneration würde die Schaffung von speziellen Kurkliniken rechtfertigen und eine ärztlich begleitete Alternative zu den Statinen darstellen.
Dr. Peter Maier-Komor, per E-Mail
Das Gen: Zu Hause beim Superstar
Basiswissen Zelle Heft 9/2012
Ihre Zeitschrift habe ich wegen des hohen Niveaus und der allgemein guten Verständlichkeit (fast) aller Artikel auch für Nicht-Naturwissenschaftler abonniert. Tief enttäuscht bin ich aber von diesem Artikel, wo das Niveau sträflich vernachlässigt und dazu noch mit einer aufwendigen, aber albernen Illustration versehen ist.
Reinhart Barth, per E-Mail
Ich habe einen Gen-Test gemacht
Heft 9/2012
Super Artikel, Frau Braitmaier! Ich denke ernsthaft (trotz der Kosten) daran, den Test ebenfalls machen zu lassen. Die Bedenken mancher Ärzte und Ethiker schrecken mich nicht. Ich habe sowieso gelernt, ärztliche Aussagen als Meinung zu sehen und zu prüfen.
Dass dies nicht für alle Menschen gelten kann, ist schon klar. Aber da halte ich es mit dem vorletzten Satz im Artikel: „ … sagt mir, was sein könnte – nicht, was sein wird.” Und so gesehen, ist der Gen-Test genauso gut oder so schlecht wie mancher ärztliche Rat.
Werner Gminder, per E-Mail





