Der Herd der Seuche, die im 14. Jahrhundert Europa verwüstete, befand sich in Zentralasien. Händler, die Murmeltierpelze voller Pestflöhe mit sich führten, verschleppten die Krankheit über die Seidenstraße. Nachdem mongolische Soldaten die genuesische Handelsniederlassung Kaffa auf der Krim mit Pesttoten beschossen hatten, gelangte die Seuche im November 1347 auf einem Handelsschiff nach Messina. Der Weg über das Wasser machte aus der Pest eine Pandemie, die Europa in die Zange nahm. Ihre Ausbreitung folgte einem charakteristischen Muster, das der amerikanische Historiker David Herlihy beschreibt: Anfangs griff die Seuche von einem Hafen auf den nächsten über. Im Winter hielt sie meist inne, breitete sich im darauffolgenden Frühjahr im Hinterland der betroffenen Häfen dann weiter aus und erreichte gleichzeitig auf dem Seeweg den nächsten Hafen. Auf diese Weise zog der Schwarze Tod immer größere Kreise. Von Messina wurde er Anfang 1348 in Pisa, Genua, Venedig, Marseille und Barcelona eingeschleppt. Über die Küsten gelangte er ins Landesinnere und über die Alpen. Deutschen Boden erreichte die Pest erstmals im Jahr 1349 von Nordwesten her in Köln.




