Es begann im Oktober 2021: In Mattsies, einem kleinen Ort zwischen Memmingen und Augsburg, begleiteten Archäologen die Erschließung eines Neubaugebiets. Es lag nicht weit von einer bekannten Römerstraße aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. entfernt, daher erwarteten die Experten, dass auch hier Relikte aus dieser Zeit zutage treten würden. Niemand war überrascht, als man auf eine quadratische, etwa acht Meter breite römische Gebäudestruktur mit vermörtelten Steinplatten stieß. Doch als eine der Platten angehoben wurde, fanden sich die Archäologen plötzlich im einige Jahrhunderte späteren Frühmittelalter wieder.
Hier lag eine aus Kalktuff errichtete Kammer mit Ziegelboden – ein sogenanntes Steinplattengrab. Für seine Errichtung hatten die Erbauer die alten Platten aus der Römerzeit wiederverwendet.





